Wie kann man Mikroplastik aus dem Wasser entfernen?

Das wachsende Plastikproblem motiviert nicht nur professionelle Filterhersteller, sondern auch Wissenschaftler und Schüler, nach intelligenten Wegen der Filterung zu suchen. Der jüngste Bundespreis von Jugend Forscht ging an die fünfzehnjährige Leonie aus Friedberg bei Augsburg, die einen Wasserfilter für den Waschmaschinenablauf erfunden hat. Er filtert mit preisgünstigen Materialien aus dem Baumarkt Mikroplastik. (1) Und wer einmal die Kügelchen in der Peelingcreme sehen möchte, kann dies mit zwei Lagen Teebeuteln schaffen. (2)

Neben diesen unkonventionellen Ansätzen arbeiten aber auch Forscherteams an einem Hochleistungszyklonfilter, um Abwässer gründlich von Mikroplastik zu befreien.

Dem Verbraucher werden heute leistungsfähige Wasserfilter angeboten, die zuverlässig vor Mikroplastik im Trinkwasser schützen. 

Welche Methoden gibt es grundsätzlich?

Zur Filterung von Mikroplastik können grundsätzlich Aktivkohlefilter oder u. A. das Verfahren der Umkehrosmose eingesetzt werden. Für den Verbraucher eignet sich am besten ein Aktivkohleblockfilter, der alle Vorteile in sich vereint und keine aufwendige Installation erfordert.

Filterkartuschen zum Entfernen von Mikroplastik

Filtermedien zum Entfernen von Mikroplastik

Empfehlung: Aktivkohleblockfilter

Man schätzt, dass sich die Größe sekundärer Mikroplastik-Teilchen hauptsächlich zwischen 2–10 Mikrometer bewegt. Alle Filter, die eine kleinere Porengröße besitzen, können diese Plastikpartikel aus dem Trinkwasser entfernen.

Aktivkohle besitzt sogenannte adsorptive Fähigkeiten und bindet durch diese Kohlenwasserstoffverbindungen. Jedoch sind die Nanoplastikteilchen, die ebenfalls zum Mikroplastik gehören, zu groß, um bei diesem Verfahren erfasst zu werden. Damit auch zu ihrer Entfernung Aktivkohlefilter eingesetzt werden könnten, müssten sie auf molekularer Größe vorliegen, was aus physikalischen Gründen nicht der Fall ist.

Aktivkohle in der Nahaufnahme mit hoher Porosität welches ein Qualitätsmerkmal darstellt

Gesinterte Alb Filter Aktivkohle mit extrem hoher Porosität, welches ein Qualitätsmerkmal darstellt.

Bei den Nanoplastikpartikeln ist jedoch davon auszugehen, dass sie eher über die Haut oder die Raumluft aufgenommen werden.

Tatsächlich könnten Umkehrosmosefilter oder auch Ionen-Austauschfilter noch viel kleinere Mikropartikel entfernen. Dies geht jedoch oft mit einer Verschlechterung der Wasserqualität einher.

Aktivkohleblockfilter bieten die Vorteile, dass sie mobil sind und an Orten mit schlechterer Wasserqualität angeschlossen werden können, aber auch viele andere Schadstoffe aus dem Wasser filtern, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. 

Welche neuen Entwicklungen gibt es im Umgang mit Mikroplastik im Wasser?

Da Mikroplastik ein großes Problem in Abwässern darstellt, geht die Forschung in großen Instituten weiter. Aber auch hier sind engagierte Schüler aktiv und begeistern die Wissenschaft: Fionn Ferreira aus Ballydehob in Irland gewann jüngst den Hauptpreis der „Google Science Fair“ mit seiner Methode, Mikroplastik aus dem Wasser zu entfernen.

Er will diese Vorgehensweise in Klärwerken einsetzen. Dazu stellt er eine Flüssigkeit namens Ferrofluid her, die sich im Wasser mit Mikroplastik verbindet. Ein Magnet entfernt dann die Flüssigkeit mitsamt der Partikel. (3)

Wie schütze ich mich als Verbraucher am besten vor Mikroplastik im Wasser?

Für den privaten Alltag bieten Aktivkohleblockfilter einen Rundumschutz vor Krankheitserregern, Schadstoffen und auch Mikroplastik im eigenen Haushalt. Trotzdem kann man weiterhin dem Mikroplastik ausgesetzt sein, da es auch in vielen Gegenständen allgegenwärtig ist:

  • Vor allem Tafelwasser aus Plastikflaschen kann mehr Mikroplastik enthalten als Leitungswasser. Als Ursache vermutet man zunehmende Sprödigkeit von Flascheninnenwänden. Dies lässt sich durch Glasflaschen vermeiden.
  • Wasserkocher aus Plastik sondern ihrerseits Mikroplastik ab. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Geräten aus Edelstahl.
  • Wäschetrockner bergen die Gefahr, durch das Schleudern von Kleidung mit großem Kunststoffgehalt Mikroplastik zu verbreiten. Daher lohnt es, schon beim Kauf der Kleidung auf die Zusammensetzung zu achten.
Das Aus für Plastikflaschen

Plastikflaschen können mehr Mikroplastik enthalten als Wasser direkt aus der Leitung.4

Fazit:

Mikroplastik stellt eine vielfältige Umweltgefahr dar. Die mögliche gesundheitsschädigende Wirkung auf den Menschen ist derzeit Forschungsgegenstand.

Jedoch spricht alles dafür, sowohl Pflanzen und Tiere als auch Menschen wirksam vor krankmachendem Mikroplastik zu schützen, das zudem klimaschädlich ist. Im privaten Haushalt bieten Wasserfilter Schutzmöglichkeiten, während die Forschung bei der Reinigung von Abwässern neue Wege in der Beseitigung von Mikroplastik geht. 

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Quellenangaben

  • Bayrischer Rundfunk: "Jugendliche aus Friedberg erfindet Filter für Mikroplastik" WWW: https://www.br.de/nachrichten/bayern/jugendliche-aus-friedberg-erfindet-filter-fuer-mikroplastik,RVcMGgf (08.07.2019)
  • Verbraucherservice Bayern: "Filtern von Mikroplastik" WWW: https://www.verbraucherservice-bayern.de/upload/files/Energie%20und%20Umwelt/Filteranleitung_Mikroplastik.pdf (02.2017)
  • Jetzt.de "Das ist: der 18-Jährige, der Mikroplastik aus dem Wasser filtern will" WWW: https://www.jetzt.de/das-ist/fionn-ferreira-erfindet-mit-18-jahren-methode-zum-filtern-von-mikroplastik
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