Mikroplastik

Mikroplastik – kleinste Plastikteilchen im Mikro- und Nanobereich – ist eine große Gefahr für Binnengewässer und die Ozeane. Es entsteht, weil Plastikmüll durch Reibung und UV-Strahlung in immer kleinere Kunststoffpartikel zerfällt. Eine weitere Quelle sind Kosmetik- und Pflegeprodukte, die kleinste Plastikteilchen enthalten. Auch der Abrieb von synthetischer Kleidung oder von Autoreifen produziert Mikroplastik. Mikroplastik ist inzwischen in allen Gewässern Deutschlands zu finden und kann mit heutigen Mitteln kaum mehr aus der Natur entfernt werden. Zudem bindet es Mikroorganismen und Schadstoffe.

Eine Studie im Auftrag eines gemeinnützigen Journalisten-Netzwerks in den USA fand 2017 weltweit Mikroplastikpartikel im Trinkwasserproben. Vier Teilchen pro Liter fanden die Forscher im Schnitt im Europa, zehn in den USA. Die Bewertung des Befunds ist jedoch umstritten.

Da Kunststoffe mehrere hundert Jahre benötigen, bis sie sich abbauen, wird Mikroplastik in der Umwelt angereichert und ist de facto nicht mehr entfernbar. Die Folgen sind noch gar nicht absehbar. Über die Nahrungskette bedroht es auch uns Menschen und wurde bereits im menschlichen Körper nachgewiesen. Forschungsergebnisse an Kleinstlebewesen zeigen, dass Mikroplastik Entzündungen im Gewebe verursachen und Organismen schwächen kann.