pH-Wert des Wassers: Der ideale pH-Wert für unser Trinkwasser

Unser Wasser wird laufend auf unterschiedliche Werte hin überprüft. Einer dieser Werte ist der sogenannte pH-Wert. Er sagt uns, ob eine Lösung - in diesem Fall unser Wasser - sauer oder basisch ist. Da der Mensch auf einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt angewiesen ist, muss unser Trinkwasser einen bestimmten pH-Wert einhalten.

In diesem Beitrag sehen wir uns deshalb genau an, …

  • … was der pH-Wert ist, 
  • … was Säuren und Basen sind,
  • … welche Bedeutung der pH-Wert für den menschlichen Körper hat, 
  • … welchen pH-Wert Wasser hat, 
  • … was der optimale pH-Wert für Trinkwasser ist,
  • … wie Sie den pH-Wert im Wasser messen können
  • … und wie Sie den pH-Wert im Wasser senken bzw. erhöhen können. 

Inhalt dieses Artikels

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Aktualisiert am: 25.01.2022

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Was ist der pH-Wert?

Beim pH-Wert (lat. potentia hydrogenii) handelt es sich um ein Maß für die Konzentration an Wasserstoffionen in einer Lösung. Sind in einer Lösung viele Wasserstoffionen vorhanden, so ist sie sauer. Sind hingegen wenige vorhanden, spricht man von einer basischen Lösung.

Der pH-Wert wird üblicherweise auf einer Skala von 0 bis 14 angegeben, wobei 7 den neutralen Mittelwert darstellt. Alles unter diesem Mittelwert wird als “sauer” bezeichnet. Alles darüber als “basisch” bzw. “alkalisch”. Je weiter sich der Wert von der 7 entfernt, desto stärker ist die Säure bzw. Base. 

pH-Wert Skala

pH-Wert: sauer oder basisch?

Vereinfacht gesagt gibt der pH-Wert also an, ob eine wässrige Lösung sauer oder basisch ist. Doch was heißt das nun genau?

Wir begegnen Säuren und Basen tagtäglich – sei es im Kaffee beim Frühstück, im Tomatensalat beim Mittagessen oder in der Seife beim Händewaschen. Dabei sind Kaffee, Tomaten und Essig Säuren, während die Seife eine Base darstellt. Oft verraten uns schon die Namen der Flüssigkeiten etwas über die Zuordnung auf der pH-Wert-Skala. So ist die Magensäure zum Beispiel ein klassischer Vertreter der Säuren und die Natronlauge eine wichtige Base. 

Stoffe eingeteilt in pH-Wert Tabelle von basisch bis sauer

Ohne Säuren und Basen wäre vieles in unserem Leben nicht so einfach. Sie helfen uns dabei, Lebensmittel haltbar zu machen, Essen zu verdauen, Verschmutzungen zu beseitigen u.v.m. Viele grundlegende chemische Verfahren wären ohne Säuren und Basen nicht möglich. 

Doch vorsicht:

Einige Säuren bzw. Basen sind für uns Menschen in einer zu hohen Konzentration gefährlich. Dazu zählen etwa Schwefelsäure, Salpetersäure und Ammoniak.Sie gelten als reizend bzw. ätzend und können Entzündungen sowie die Zerstörung von Gewebe hervorrufen.[1]

Der pH-Wert und der menschliche Körper

Unser Körper ist auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt angewiesen. So haben alle unsere Körperflüssigkeiten einen bestimmten pH-Wert, den es bestmöglichst beizubehalten gilt. Kommt es zu größeren Abweichungen von diesen Idealwerten, kann der Körper dies nicht mehr ausgleichen und reagiert mit Krankheiten [2]. Schwerwiegende Störungen des Säure-Basen-Haushaltes können im schlimmsten Falle sogar zum Tod führen.

Sind wir übersäuert (= Azidose), wird unter anderem der Sauerstofftransport durch unseren Organismus erheblich eingeschränkt und ein Sauerstoffmangel entsteht. Typische Symptome sind etwa Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Muskel- sowie Gelenkbeschwerden.

Ist der pH-Wert in unserem Körper über einen längeren Zeitraum hinweg zu hoch (= Alkalose) - also stark basisch - wirkt sich das ebenfalls negativ auf unsere Gesundheit aus. Bekannte Anzeichen dafür sind Schwindel, Hyperventilation sowie Muskelkrämpfe. 

Störung des Säure-Basen-Haushalts

Zudem verfügt unsere Haut über einen Säureschutzmantel. Mit ihrem leicht sauren pH-Wert von 5,5 schützt sie uns vor Krankheitserregern. Eine häufige Verwendung alkalischer Pflegeprodukte (z.B. beim Duschen) greift diese Schutzschicht an. Es wird daher empfohlen, bei Haarshampoo, Duschgel, Creme und Co. auf pH-hautneutrale Produkte zurückzugreifen.

Welchen pH-Wert hat Wasser?

Laut der Trinkwasserverordnung muss das Trinkwasser in Deutschland einen pH-Wert von 6,5 - 9,0 aufweisen – tatsächlich liegt er meist zwischen 7,0 und 8,5 [3]. In manchen Gegenden ist der pH-Wert des Grundwassers allerdings aufgrund des sauren Regens deutlich niedriger [4]. In solchen Fällen muss das Wasser durch spezielle Verfahren entsäuert werden.

Doch Wasser ist nicht gleich Wasser - je nach Art sind unterschiedliche pH-Werte zu messen: 

pH-Wert bei unterschiedlichen Arten von Wasser:

Art von WasserpH-Wert*
Destilliertes Wasser5
Leitungswasser/Trinkwasser7,0 - 8,5
Regenwasser5,6 - 5,8
Mineralwasser (mit Kohlensäure)5,5 - 6,5
Heizungswasser8,2 - 10
Kalkwasser12

*Bei den angegebenen Werten handelt es sich um Durchschnittswerte. Es kann zu Abweichungen von diesen Werten kommen. 

Übrigens: Tendenziell geht ein höherer pH-Wert mit einer höheren Wasserhärte einher. Weiches Wasser hat dementsprechend meist eher einen niedrigeren pH-Wert. Es handelt sich hier allerdings lediglich um einen beobachtbaren Trend und keinen direkten Zusammenhang!

Der pH-Wert im Leitungswasser Deutschlands: München, Berlin, Köln und Co.

Grundsätzlich befindet sich der pH-Wert des Leitungswassers in Deutschland meist in einem Bereich von 7,0 und 8,5. Dabei variiert der pH-Wert nicht nur von Bundesland zu Bundesland und von Stadt zu Stadt. Selbst innerhalb einer Stadt sind Schwankungen zu erkennen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Wasserversorgung über unterschiedliche Wasserwerke und Bezugsquellen läuft.

In der folgenden Grafik sehen Sie einige Beispiele für die diversen pH-Werte in Deutschland. Dabei handelt es sich lediglich um gerundete Durchschnittswerte ausgewählter Stadtwerke bzw. Versorgungsgebiete. Der tatsächliche pH-Wert vor Ort kann also abweichen

pH-Werte im deutschen Leitungswasser

Der optimale pH-Wert für Trinkwasser 

Der pH-Wert unseres Trinkwasser wird strengstens kontrolliert. Entsprechen die Proben nicht den Vorgaben so greifen die regionalen Wasserversorger ein und regulieren das Wasser. Der optimale pH-Wert richtet sich zum einen nach der Materialbeständigkeit der Rohrleitungen und zum anderen nach der Gesundheit des Menschen.

Ein konstanter pH-Wert ist wirtschaftlich gesehen enorm wichtig für Stadtwerke und Hausbesitzer. Denn der pH-Wert wirkt sich maßgeblich auf die Wahl des Materials der Wasserleitungen aus. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, besteht Korrosionsgefahr.

  • Bei einem pH-Wert unter 7,0 dürfen keine Kupferrohre verbaut werden.
  • Bei einem pH-Wert unter 7,5 besteht Korrosionsgefahr für verzinktes Stahl.
  • Bei einem pH-Wert unter 6,5 werden zementhaltige Werkstoffe angegriffen. 

Dass sich der pH-Wert maßgeblich auf unseren Säure-Basen-Haushalt auswirkt, haben wir bereits oben näher erläutert. Hinzu kommt jedoch, dass zu niedrige pH-Werte Kupfer leichter lösen, was besonders für Babys und Kleinkinder eine große Gefahr darstellt [5]. Zudem bietet eine leicht saure Umgebung einen idealen Nährboden für Legionellen.

Genau hier kommen die Trinkwasserfilter von Alb Filter ins Spiel. Sie beeinflussen zwar nicht den pH-Wert, filtern aber sehr wohl überschüssiges Kupfer sowie unerwünschte Legionellen aus dem Trinkwasser. Auf diese Weise können Sie einen Teil der negativen Aspekte eines zu niedrigen pH-Wertes selber ausgleichen. 

Bezieht man all diese Faktoren mit ein, so liegt der optimale pH-Wert von Wasser zwischen 7,0 und 8,5.

pH-Wert im Wasser messen: Schritt für Schritt

Der pH-Wert lässt sich grundsätzlich auf drei unterschiedliche Weisen messen: mittels Potenziometrie, mit einem Ionensensitiven Feldeffekttransitor oder mit Hilfe von Indikatorfarbstoffen.

Die ersten beiden Testverfahren sind physikalisch etwas komplexer und werden hauptsächlich im Labor oder in anderen professionellen Umfeldern gebraucht. Die Messung per Indikatorfarbstoff – beispielsweise mittels Lackmus – lässt sich hingegen ganz leicht zuhause durchführen. Alles was Sie dazu brauchen ist ein pH-Testkit mit Teststreifen und Vergleichstabelle. Dieses erhalten Sie in der Apotheke sowie in diversen Fachgeschäften vor Ort oder online.

Das Testverfahren selbst ist sehr einfach und innerhalb weniger Minuten erledigt. Unabhängig vom Hersteller verläuft es meist innerhalb der folgenden drei Schritte: 

  • Halten Sie den Teststreifen für wenige Sekunden in die zu testende Lösung. 
  • Nehmen Sie den Teststreifen heraus und warten Sie ca. eine Minute.  
  • Vergleichen Sie den Teststreifen mit der Vergleichstabelle und lesen Sie so den pH-Wert ab. 
pH-Wert messen in drei Schritten

pH-Wert im Wasser senken oder erhöhen

Für den normalen Verzehr müssen Privatpersonen den pH-Wert des Wassers in der Regel nicht mehr zusätzlich senken oder erhöhen – dafür sorgen die regionalen Wasserversorger. Es gibt allerdings einige Situationen, in denen ein bestimmter pH-Wert benötigt wird, zum Beispiel für ein Aquarium oder einen Swimmingpool.  

pH-Wert im Aquarium

Für Fische bedeuten Veränderungen des pH-Werts großen Stress. Deshalb ist es wichtig, dass im Aquarium zuhause der bevorzugte pH-Wert der darin lebenden Fische vorherrscht. Nicht immer stimmt dieser gewünschte Wert mit jenem des Leitungswassers überein.

In solchen Fällen ist es notwendig, den pH-Wert zu senken bzw. zu erhöhen. Eine Zufuhr von CO2 senkt den pH-Wert. Mehr Oberflächenbewegung (Strömung) treibt C02 aus und erhöht somit den pH-Wert. Hilft das nicht, können Sie ebenso auf spezielle Wasseraufbereiter zurückgreifen. 

pH-Wert im Swimmingpool

Aufgrund zahlreicher Einflussfaktoren kann es im Poolwasser zu Schwankungen des pH-Wertes kommen. Beispiele dafür sind etwa das Regenwasser oder Verunreinigungen durch Blätter, Haare etc. Idealerweise liegt der pH-Wert in Swimmingpools zwischen 7,0 und 7,4. Weicht er davon ab, können Sie mit Wasseraufbereitern wie pH-Plus und pH-Minus eingreifen. 

pH-Wert: Wasser bedenkenlos trinken

Der pH-Wert bestimmt maßgeblich die Qualität unseres Trinkwassers mit. Ist er dauerhaft zu niedrig, besteht bei bestimmten Materialien Korrosionsgefahr und für uns Menschen das Risiko einer Übersäuerung. Ist er zu hoch, kann es in unserem Organismus auf Dauer zu einer Alkalose kommen.

Umso wichtiger ist es, dass ein Wert von 6,5 - 9,0 bzw. idealerweise 7,0 - 8,5 eingehalten wird – dafür sorgen die regionalen Wasserversorger durch zahlreiche Probenentnahmen. Entspricht der pH-Wert nicht diesen Werten, so wird er reguliert. Zumindest in Sachen pH-Wert können Sie Ihr Leitungswasser also bedenkenlos trinken.

Fragen und Antworten Symbol

FAQs zum pH-Wert von Wasser

Welcher pH-Wert von Wasser ist gut?

Der optimale pH-Wert von Wasser liegt zwischen 7,0 und 8,5. Niedrigere Werte sind sowohl für das Wasserversorgungsnetz wie auch für den Menschen nicht ideal. 

Welcher pH-Wert von Wasser ist gefährlich?

Die deutsche Trinkwasserverordnung schreibt für Trinkwasser einen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,0 vor. Die Werte sollten davon nicht abweichen, da dann negative Auswirkungen für Mensch und Umwelt nicht mehr ausgeschlossen werden können. 

Ist Wasser sauer oder basisch? 

Wasser besitzt grundsätzlich einen neutralen bis leicht basischen Charakter. Genauer gesagt liegt der pH-Wert von Leitungswasse in der Regel zwischen 7,0 und 8,5.

Warum ist der pH-Wert von Wasser nicht immer neutral?

Der pH-Wert hängt immer von der Konzentration an Wasserstoffionen ab. Ist diese Konzentration hoch, so ist der pH-Wert niedrig, d.h. das Wasser ist sauer. Ist die Konzentration an Wasserstoffionen niedrig, so ist der pH-Wert hoch, d.h. das Wasser ist basisch. 

Bei welchem pH-Wert löst sich Kalk?

Kalk löst sich bei einem pH-Wert von unter 7

Kann man den pH-Wert ohne Teststreifen messen?

Die Bestimmung des pH-Wertes lässt sich auch ohne Teststreifen durchführen. Allerdings handelt es sich dabei um komplexere physikalische Verfahren, die primär im Labor zum Einsatz kommen. 

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