Legionellen

Der Star unter den Wasserkeimen

Legionellen sind Bakterien, die im Leitungswasser, aber auch in Kompost oder in Klimaanlagen vorkommen können. Als krankmachende Keime können sie lebensbedrohliche Lungenentzündungen (Legionellose) und andere Krankheiten hervorrufen. Die sogenannte „Legionärskrankheit“ wird durch Legionellen ausgelöst. Eine Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit Bakterien in Form einer Tröpfcheninfektion, beispielsweise, wenn beim Duschen der heiße Wassernebel eingeatmet wird.

Legionellen und Stäbchenbakterien im Überblick

Durch eine hohe Sterblichkeitsrate bei Infektionen von 10 bis 15 Prozent ist nach einer Schätzung von bis zu 3.000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland auszugehen.1 Eine genaue Fallzahl gibt es nicht; das Robert Koch-Institut geht von 1,8 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern aus. Da viele Lungenentzündungen, die auf eine Legionelleninfektion zurückgehen, nicht als solche erfasst werden, kann man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Besonders tückisch sind dabei die zunächst unspezifischen Krankheitsanzeichen wie hohes Fieber und Schüttelfrost, die nicht sofort auf eine Legionelleninfektion hinweisen. Schutzmaßnahmen sind daher erforderlich. Aber wie wirksam sind Legionellenfilter und andere Vorkehrungen?

Warum und wie entstehen Legionellen in der Wasserleitung?

Legionellen sind sogenannte Umweltkeime, die in Oberflächengewässern, aber auch im Grundwasser vorkommen. Daneben spielen feuchte Biotope wie Mischerde oder Humus eine Rolle. Sie sind ein natürlicher Bestandteil der Natur. Probleme bereiten sie als infektiöse Krankheitserreger vor allem in technischen Anlagen wie Trinkwassersystemen. Das Robert Koch-Institut nennt Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius als optimale Wachstumsbedingungen für Legionellen. Besonders gefährlich wird es in Wasserbehältnissen mit stehendem Wasser, das diese Temperaturen erreicht. Eine wichtige Rolle für die Entwicklung einer Gefahr durch Legionellen sind zudem Ablagerungen wie Kalk und vor allem der Biofilm, der sich in Rohren entwickelt. Er besteht aus Bakterien und organischen Substanzen. 

Legionellen und Stäbchenbakterien im Überblick

Enterokokken

Auch Enterokokken sind ein Hinweis auf Verunreinigung des Trinkwassers durch Fäkalien. Der Eintrag solcher Bakterien ins Grundwasser kann durch landwirtschaftlichen Dünger oder Kot von Nutztieren erfolgen, Niederschläge transportieren diese ins Grundwasser. Aber auch technische Störungen in der Kläranlage oder Reparaturarbeiten im öffentlichen Leitungsnetz können Enterokokken ins Trinkwasser eintragen.

Enterokokken können bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu Infektionen in unterschiedlichen Körperbereichen, insbesondere der Harnwege aber auch des Bauchraums und des Herzens, führen. Bei Frauen kann es zu Eileiterentzündungen oder Infektion der Harnblase kommen. Auch Wundinfektionen und Abszesse gehören zu den möglichen Folgen. 

Wie kommt es zu einer Infektion durch Legionellen?

Nur im Ausnahmefall wird eine Infektion durch Trinken kontaminierten Wassers verursacht. Gefährlich ist vielmehr der Wassernebel, der von heißem Wasser ausgehen kann. Mit ihm werden kleinste Wasserteilchen, sogenannte Aerosole, eingeatmet. Wenn diese Aerosole verseucht sind, kann es zur gefährlichen Erkrankung kommen. Das passiert ganz leicht beim täglichen Duschen. Doch es gibt eine ganze Reihe weiterer Gefahrenquellen, bei denen eine Ansteckung mit Legionellen möglich ist. So kann ein solcher Sprühnebel in Whirlpools oder an Wasserrutschen in Schwimmbädern entstehen, aber auch im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen, zum Beispiel in einer Zahnarztpraxis. Auch undichte Leitungen sind eine Gefahrenquelle. Viele Menschen stecken sich auf Reisen an, wenn zum Beispiel an einem Urlaubsort oder auf einem Campingplatz Hygienevorschriften nicht beachtet werden. Die Gefahr geht dabei stets von verseuchtem Wasser aus. Fachlich spricht man hier von einer ambulant erworbenen Erkrankung. Darunter fallen 75 Prozent aller Infektionen. Eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Größere Ausbruchsgeschehen sind daher selten. Es zeichnet sich jedoch eine Zunahme von Infektionen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 ab. Hierbei könnte der Klimawandel mit höheren Temperaturen und Starkregenereignissen eine Rolle spielen, denn insbesondere durch Starkregenfälle kommt es zur Verunreinigung von Wasser.2

Wasserdampf in der Dusche

Wie kann man Legionellen abtöten?

Legionellen können vor allem durch hohe Temperaturen abgetötet werden. Bei über 60 Grad Celsius können die Bakterien nicht überleben. Die Durchspülung von Wasseranlagen in Gebäuden mit heißem Wasser ist daher eine Option. Sie wird von Unternehmen durchgeführt, die darauf spezialisiert sind, die Trinkwasserverordnung abzuwickeln, um Haftungsrisiken für Immobilienbetreiber zu minimieren. Allerdings gibt es Untersuchungen, die besagen, dass Legionellen auch höhere Temperaturen über einen gewissen Zeitraum überstehen, was Zweifel an der „Thermischen Desinfektion“ weckt.

Eine andere Methode ist der Einsatz von Chlor, das jedoch in hohen Mengen eingesetzt werden muss, um den Biofilm in Rohrleitungen wirksam zu entfernen.

Für den Verbraucher ist der sachgemäße Einsatz von Wasserfiltern gegen Legionellen der sicherste Weg, sich zu schützen. 

Checkliste: Maßnahmen im Einsatz gegen Legionellen  

  • Behördlich vorgeschriebene Maßnahmen:
        - Durchspülung von Wasseranlagen und Rohren mit mindestens 60 Grad heißem Wasser
        - Durchspülung von Wasseranlagen und Rohren mit großen Mengen an Chlor
  •  Verbraucher:
         - Einsatz von Wasserfiltern

Was muss der Vermieter bei Legionellen tun? 

Die Gefahr durch Legionellen bedeutet für Vermieter weitreichende Verpflichtungen. In der Trinkwasserverordnung wurde 2011 ein Grenzwert für Legionellen festgelegt, der bei 100 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser liegt. Daraus folgt eine regelmäßige Untersuchungspflicht für die Betreiber von Trinkwasseranlagen, also auch für Haus- und Immobilienbesitzer. Von der Regelung sind fast alle Mehrfamilienhäuser in Deutschland betroffen, und sie umfasst alle Anlagen, bei denen es zu einer „Vernebelung des Trinkwassers kommt“. Die Untersuchung muss von einem „akkreditierten Labor“ vorgenommen werden. Die genauen Bedingungen und die vorgeschriebenen Anzahlen und Intervalle solcher Untersuchungen können der aktuellen Trinkwasserverordnung entnommen werden. Diese unterliegt regelmäßigen Novellierungen.3

Wann ist der Einsatz von Legionellenfiltern sinnvoll?

Trotz regelmäßiger Kontrollen und vorbeugender Maßnahmen gegen Legionellenbildung – wie thermischer Desinfektion oder Chlorierung des Wassers – ist der Einsatz eines Legionellenfilters ein sinnvoller Schutz. Er sollte überall dort verwendet werden, wo es zur Vernebelung von Trinkwasser kommt, etwa in Duschen oder Whirlpools. Als zusätzliche Schutzmaßnahme ist er auch dort angebracht, wo sich Personen mit einem erhöhten Risiko befinden. Vor allem für ältere Menschen und Menschen, deren Immunsystem geschädigt ist, kann eine Legionelleninfektion tödlich enden. Gerade Pflegeheime sollten daher ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit ihres Trinkwassers richten. 

Wie wirksam ist ein Legionellenfilter?

Es gibt eine große Auswahl von Wasserfiltern, die Schutz vor Keimen, darunter Legionellen, versprechen. Um diesen Schutz messbar zu machen, existiert eine Reihe von Kriterien, die für Legionellenfilter auch in Form technischer Normen vorgeschrieben sind. Das von ihnen gefilterte Wasser muss die internationale Norm für steril filtriertes Wasser erfüllen. Entscheidend ist, dass das Bakterium nicht mit dem Wasser in die Luft gelangt. Dafür muss die Membrane des Wasserfilters für Legionellen eine sehr geringe Porenweite haben, welche kleiner als die Größe der Bakterien ist.

Ein Kriterium für die Qualität eines Legionellenfilters sind die 8-Log-Stufen, die im Rahmen einer Filtervalidierung verwendet werden. Dabei handelt es sich um ein mathematisches Verfahren. So werden bei einer Log-Reduktion von 1 - 90 Prozent der Keime reduziert, d. h. 100.000.000 Mikroorganismen werden auf 10.000.000 reduziert. Bei Log6 hat man bereits eine Reduktion von 99,99 Prozent, was noch einer Anzahl von 10 Mikroorganismen bei der Ausgangsgröße von 100.000.000 entspricht. Bei der höchsten Stufe Log8 ist es dann nur noch ein einziger Keim.

Ganz wichtig ist aber auch die technische Qualität des Filters, denn er muss dauerhaft unter Belastungen funktionieren. Die Ausführung muss so gestaltet sein, dass Undichtigkeiten ausgeschlossen werden. Der Verbraucher muss wissen, welche Wartungsintervalle, zum Beispiel Austausch von Kartuschen, notwendig sind, um die Schutzfunktion des Filters zu garantieren. 

Welche Arten von Legionellenfiltern gibt es?

Trotz regelmäßiger Kontrollen und vorbeugender Maßnahmen gegen Legionellenbildung – wie thermischer Desinfektion oder Chlorierung des Wassers – ist der Einsatz eines Legionellenfilters ein sinnvoller Schutz. Er sollte überall dort verwendet werden, wo es zur Vernebelung von Trinkwasser kommt, etwa in Duschen oder Whirlpools. Als zusätzliche Schutzmaßnahme ist er auch dort angebracht, wo sich Personen mit einem erhöhten Risiko befinden. Vor allem für ältere Menschen und Menschen, deren Immunsystem geschädigt ist, kann eine Legionelleninfektion tödlich enden. Gerade Pflegeheime sollten daher ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit ihres Trinkwassers richten. 

Alb Filter NANO – sicheres Duschen und Trinken

Ob präventiv oder bei positivem Legionellen-Befund: Durchlauffilter von Alb Filter in Kombination mit der Kartusche NANO – montiert am Ort der Entnahme – sorgen ohne großen Aufwand für unbedenkliches Duschen auch bei mit Legionellen und anderen Keimen belastetem Leitungswasser.

Alb Filter Nano. Legionellen- und Keimfilter.

Wie wirksam ist ein Legionellenfilter?

In der Praxis werden heute verschiedene Typen von Filtern als Legionellenfilter eingesetzt. Hauptsächlich sind es Membranfilter und Filter, deren Funktion auf Umkehrosmose beruht. Daneben werden Legionellenfilter nach ihrem Einsatzort unterschieden: Es gibt spezielle Filter für die Dusche, die unter Umständen bereits in den Duschkopf integriert sind, sowie eigenständige Armaturen oder Filter für den Wasserhahn. Entscheidend ist, dass ein Legionellenfilter die speziellen Eigenschaften besitzt, die eine sichere Filtration von krankmachenden Keimen garantieren. Ganz wichtig ist dabei, die richtigen Ersatz-Filterpatronen zu verwenden, die den Reduktionsstandard Log6 garantieren, und den Legionellenfilter regelmäßig zu reinigen. Sogenannte Ionenaustauscher und gewöhnliche Tischkannenfilter bieten keinen Schutz vor Legionellen oder anderen Mikroorganismen. Ein Wasserfilter, der zum Schutz vor Legionellen eingesetzt werden soll, muss getestet und zertifiziert sein, also eine sogenannte Filtervalidierung durchlaufen haben.

Welche Arten von Legionellenfiltern gibt es?

In der Praxis werden heute verschiedene Typen von Filtern als Legionellenfilter eingesetzt. Hauptsächlich sind es Keramikfilter, Membranfilter und Filter, deren Funktion auf Umkehrosmose beruht. Daneben werden Legionellenfilter nach ihrem Einsatzort unterschieden: Es gibt spezielle Filter für die Dusche, die unter Umständen bereits in den Duschkopf integriert sind, sowie eigenständige Armaturen oder Filter für den Wasserhahn. Entscheidend ist, dass ein Legionellenfilter die speziellen Eigenschaften besitzt, die eine sichere Filtration von krankmachenden Keimen garantieren. Ganz wichtig ist dabei, die richtigen Ersatz-Filterpatronen zu verwenden, die den Reduktionsstandard Log6 garantieren, und den Legionellenfilter regelmäßig zu reinigen. Sogenannte Ionenaustauscher und gewöhnliche Tischkannenfilter bieten keinen Schutz vor Legionellen oder anderen Mikroorganismen. Ein Wasserfilter, der zum Schutz vor Legionellen eingesetzt werden soll, muss getestet und zertifiziert sein, also eine sogenannte Filtervalidierung durchlaufen haben.

Fazit

Legionellen sind gefährliche Keime, die eine unterschätzte Gefahr beim Kontakt mit Wasser darstellen. Neben behördlich vorgeschriebenen Maßnahmen, die von Bauherren, Immobilienbetreibern und Vermietern durchgeführt werden müssen, bieten besondere Wasserfilter für Legionellen dem Verbraucher Schutzmöglichkeiten. Die Wasserfilter können dabei auch andere Funktionen haben, zum Beispiel das Entkalken, aber sie müssen in erster Linie festgeschriebene technische Standards erfüllen, um die Hygienesicherheit zuverlässig zu garantieren.

Quellenangaben

  • https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/heissem-wasser-gegen-legionellen-3705881.html
  • https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Legionellose.html#doc2387614bodyText18
  • https://www.legionellen-zentrum.de/untersuchungspflicht-legionellen-1/grenzwerte-trinkwasserverordung.php
  • http://www.mpl.loesungsfabrik.de/faq/filtervalidierung-wissenswert/bakterienrueckhaltetest-astm-f838-15a