Weichmacher in Wasserflaschen und was PET-Flaschen wirklich enthalten
Enthalten PET-Flaschen Weichmacher? Laut BfR nein. Was stattdessen im Mineralwasser landet und wie gefährlich BPA, Antimon und Acetaldehyd wirklich sind.
Weichmacher sind Zusatzstoffe, die harte und spröde Kunststoffe biegsam machen. In Wasserflaschen aus PET stecken sie nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt klar, dass zur Herstellung von PET-Flaschen weder Phthalate noch andere Weichmacher eingesetzt werden. Nachgewiesen wurden in Mineralwasser andere Stoffe, etwa Bisphenol A, Antimon und Acetaldehyd. Dieser Ratgeber ordnet die vier Stoffe nach Herkunft, Grenzwert und behördlicher Bewertung ein.
Was sind Weichmacher?
Weichmacher sind eine Gruppe von Zusatzstoffen, die harte und spröde Materialien weich, biegsam und dehnbar machen. Die wichtigste Gruppe sind Phthalate, chemisch Verbindungen der Phthalsäure mit Alkoholen (Phthalsäureester). Daneben dienen Citrate, Adipate und epoxidiertes Sojabohnenöl (ESBO) als Weichmacher.
Bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) wurden mit Inkrafttreten der europäischen Chemikalienverordnung (REACH) im Jahr 2007 rund 700 Phthalate gemeldet. Nur wenige davon werden in größerem Maßstab produziert. Im Jahr 2021 waren es 32 Phthalate, die in Mengen über 1 Tonne pro Jahr in Europa hergestellt oder nach Europa importiert wurden.
Zu den am häufigsten genannten Phthalaten zählen fünf Stoffe: DEHP (Diethylhexylphthalat), DBP (Dibutylphthalat), BBP (Benzylbutylphthalat), DINP (Diisononylphthalat) und DIDP (Diisodecylphthalat). Nicht alle sind gleich zu bewerten. DEHP, DBP, DIBP (Diisobutylphthalat) und BBP haben im Tierexperiment nachgewiesene fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften, weshalb ihr Einsatz beschränkt wurde. Die Industrie ersetzte sie in den vergangenen 20 Jahren teilweise durch DINP und DIDP, die als toxikologisch weniger bedenklich gelten. Bei DINP und DIDP beobachteten Tierstudien vor allem Wirkungen auf die Leber.
Ein Punkt erklärt, warum Weichmacher überhaupt zum Thema werden: Phthalate sind im Kunststoff nicht fest gebunden. Sie können aus dem Material freigesetzt werden und so in die Umwelt oder in Lebensmittel gelangen. Der jährliche Verbrauch von Weichmachern in Europa lag laut BfR im Jahr 2020 bei mehr als 1,3 Millionen Tonnen. DEHP macht weltweit weiterhin rund 40 % des Gesamtverbrauchs aus, weil es außerhalb Europas in großem Maßstab produziert wird.
Wo werden Weichmacher eingesetzt?
Am meisten Weichmacher stecken in Weich-PVC, das zu 30 bis 40 % aus ihnen besteht. Typische Anwendungen sind Kabel, Folien, Fußbodenbeläge, Schläuche, Sport- und Freizeitartikel, Medizinprodukte wie Infusionsschläuche und Deckeldichtungen von Schraubgläsern. Auch Regenkleidung, Kunstleder, Nagellacke und Klebstoffe enthalten Weichmacher.
Aufgenommen werden Phthalate hauptsächlich über die Nahrung. Weichmacher sind fettlöslich und gehen darum besonders leicht aus Verpackungen auf fetthaltige Lebensmittel wie Speiseöl, Pesto, Wurst und Käse über. Kleinkinder nehmen Phthalate verstärkt über Hausstaub und über Gegenstände auf, die sie in den Mund stecken.
Die Mengen bleiben gering. Das BfR bewertet die gegenwärtige Phthalat-Aufnahme für erwachsene Verbraucher als kein bedeutsames gesundheitliches Risiko. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) prüfte die Stoffe 2019. Für DBP, BBP, DEHP und DINP zusammen legte die EFSA eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,05 mg pro Kilogramm Körpergewicht fest. Im europäischen Humanbiomonitoring-Projekt HBM4EU lag die geschätzte tägliche Aufnahme dieser Phthalate über Lebensmittel, Atemluft und Haut bei 0,1 bis 1 µg pro Kilogramm Körpergewicht, also 50- bis 500-fach unter dem TDI.
Bei Kindern sieht das Bild anders aus. Die Umweltstudie GerES V schätzte die kombinierte Aufnahme der Phthalate DBP, BBP, DEHP und DINP ab. Bei der Mehrheit der 3- bis 10-Jährigen lag sie noch über der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge. In Lebensmittelverpackungen und Spielzeug ist der Einsatz bestimmter Phthalate darum seit Jahren verboten oder stark eingeschränkt.
Enthalten Plastikflaschen und PET-Flaschen Weichmacher?
Plastikflaschen für Wasser enthalten in der Regel keine Weichmacher. PET ist ein Kunststoff, der ohne Weichmacher auskommt. Zur Herstellung von PET-Flaschen setzt die Industrie laut BfR weder Phthalate noch andere Weichmacher ein. Auch die Kunststoffe Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) brauchen keine.
Der Irrtum entsteht durch den Namen. Polyethylenterephthalat (PET) klingt nach Phthalat, ist aber keines. Das BfR verwendet den Begriff Phthalat ausschließlich für ortho-Phthalate. Terephthalate sind chemisch anders aufgebaut und werfen laut BfR weit geringere Bedenken für die Gesundheit auf. Dazu kommt ein struktureller Unterschied: Weichmacher werden dem Kunststoff nur beigemischt und sind nicht fest gebunden. Der Terephthalat-Baustein ist dagegen fester Bestandteil der PET-Polymerkette und lässt sich nicht wie ein Zusatzstoff herauslösen.
PET ist auch kein Weich-PVC. In Mineralwässern wies das BfR Phthalate entweder gar nicht nach oder nur in sehr geringen Konzentrationen. So geringe Phthalat-Mengen erklären die gemessenen östrogenen Aktivitäten nicht. Weichmacher in Plastikflaschen und PET-Flaschen sind damit kein Messbefund, sondern eine Verwechslung zweier Stoffgruppen.
Was sind Weichplastikflaschen?
Weichplastikflaschen sind keine amtliche Produktkategorie, sondern ein Alltagsbegriff für Flaschen, die sich zusammendrücken lassen. Technisch meint Weichplastik in der Regel Weich-PVC. Weich-PVC entsteht, wenn dem harten, spröden Polyvinylchlorid (PVC) 30 bis 40 % Weichmacher zugesetzt werden.
Getränkeflaschen in Deutschland bestehen nicht aus Weich-PVC. Sie sind aus PET oder Polyethylen, und beide Kunststoffe brauchen keine Weichmacher. Woraus eine Flasche besteht, steht meist auf ihr: Auf PET-Flaschen ist entweder "PET" angegeben oder das dreieckige Pfeilsymbol mit der Ziffer 1.
Dass sich eine dünnwandige Einwegflasche eindrücken lässt, liegt an der geringen Wandstärke, nicht an Weichmachern im Material.
Weichmacher, BPA, Antimon und Acetaldehyd im Vergleich
Der Unterschied zwischen Weichmachern, Bisphenol A, Antimon und Acetaldehyd liegt in Herkunft, Grenzwert und Rechtslage. Die vier Stoffe werden im Zusammenhang mit Wasserflaschen regelmäßig verwechselt.
| Stoff | Was es ist | In PET-Flaschen? | Grenzwert für den Übergang auf Lebensmittel / Bewertung des BfR |
|---|---|---|---|
| Phthalate (Weichmacher) | Phthalsäureester, dem Kunststoff beigemischt | Nicht eingesetzt | Bestimmte Phthalate in Lebensmittelverpackungen verboten oder stark eingeschränkt Für Erwachsene kein bedeutsames Risiko |
| Bisphenol A (BPA) | Ausgangsstoff für Polycarbonat, hormonähnlich wirksam | Nicht eingesetzt, in recyceltem PET vereinzelt als Verunreinigung | Seit 20.01.2025 in Lebensmittelkontaktmaterialien verboten, zuvor 50 µg pro kg Gemessene Mengen weit unter dem früheren Grenzwert, kein Gesundheitsrisiko |
| Antimon | Halbmetall, Katalysator bei der PET-Herstellung | Ja, als Rückstand | 40 µg pro kg Lebensmittel Bis zu 2 µg pro Liter gemessen, Grenzwert weit unterschritten |
| Acetaldehyd | Aldehyd, entsteht bei Herstellung und Lagerung des Kunststoffs | Ja | 6 mg pro kg Lebensmittel Bis zum Grenzwert sind gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen |
Ist PET BPA-frei?
PET-Flaschen sind in der Regel BPA-frei. Für die Herstellung von PET wird Bisphenol A nicht verwendet. In recycelten PET-Flaschen fand das BfR geringe Mengen als Verunreinigung, weit unter dem früheren Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Lebensmittel. Ein Gesundheitsrisiko stellen sie nach heutigem Stand nicht dar.
Bisphenol A ist kein Weichmacher. BPA gehört zu einer Gruppe von Substanzen, die hormonähnlich (östrogen) wirken können, und dient als Ausgangsstoff für Polycarbonat und Epoxidharze. Enthalten ist BPA darum eher in Trinkbechern, Plastikgeschirr und Trinkflaschen aus Polycarbonat sowie in der Innenbeschichtung von Konservendosen.
Die Rechtslage hat sich seit 2025 grundlegend geändert. Seit dem 20. Januar 2025 verbietet die Verordnung (EU) 2024/3190 Bisphenol A, seine Salze sowie weitere gefährliche Bisphenole in Lebensmittelkontaktmaterialien EU-weit. Für Endprodukte, die vorher rechtmäßig hergestellt wurden, läuft eine Übergangsfrist bis zum 20. Juli 2026.
Die Angabe "BPA-frei" sagt nur, dass ein Produkt kein Bisphenol A enthält. Über andere Stoffe im Material sagt sie nichts. Genau darum erfasst die EU-Verordnung neben BPA auch andere gefährliche Bisphenole und Bisphenol-Derivate.
Acetaldehyd in PET-Flaschen und Mineralwasser
Acetaldehyd aus PET-Flaschen gilt nach Bewertung des BfR als gesundheitlich unbedenklich. Nach den in der EU geltenden Vorschriften dürfen aus Kunststoffen höchstens 6 mg Acetaldehyd auf 1 kg Lebensmittel übergehen. Bis zu diesem Grenzwert schließt das BfR gesundheitliche Beeinträchtigungen aus. In Mineralwasser liegen die Mengen in der Regel weit darunter.
Acetaldehyd (Ethanal) ist ein Aldehyd. Der Stoff bildet sich bei Herstellung und Lagerung der PET-Flaschen. Von dort geht er in kleinen Mengen in das Getränk über. Er wird also nicht zugesetzt, sondern bildet sich im Kunststoff selbst.
Acetaldehyd wird auch im Zusammenhang mit alkoholischen Getränken diskutiert. Die Bewertung von Alkohol betrifft einen anderen Aufnahmeweg und gilt nicht für Mineralwasser aus PET-Flaschen.
Warum Mineralwasser aus PET-Flaschen süßlich schmeckt
Den süßlich-fruchtigen Geschmack von Mineralwasser aus PET-Flaschen verursacht Acetaldehyd. Der Mensch riecht und schmeckt den Stoff schon bei weniger als 1/100 der zulässigen Menge von 6 mg pro kg. In Getränken mit intensivem Eigengeschmack wie Cola oder Limonade fällt Acetaldehyd sensorisch dagegen nicht auf.
Der Abstand zwischen Schwelle und Grenzwert entscheidet über die Einordnung. Wer Acetaldehyd im Mineralwasser schmeckt, nimmt darum noch keine bedenkliche Menge auf. Die Wahrnehmungsschwelle liegt weit unterhalb des Grenzwerts, und die tatsächliche Menge liegt in der Regel weit darunter.
Ein Qualitätsmangel bleibt der Geschmack trotzdem. Meist ist er die Folge technischer Mängel beim Bau der Flaschen. Eine Geschmacks- oder Geruchsveränderung von Mineralwasser ist nach den geltenden Vorschriften nicht erlaubt, und Verbraucher müssen sie nicht akzeptieren. Betroffene Getränke lassen sich zurückgeben.
Die Hersteller können den Übergang technisch vermeiden. Möglichkeit 1 sind Stoffe, die das Acetaldehyd im PET binden und selbst weder Geschmack noch Gesundheit stören. Möglichkeit 2 ist eine glasartige Innenschicht, die den Übergang in das Getränk stoppt.
Antimon in PET-Flaschen
Antimon steckt in PET-Flaschen als Rückstand aus der Produktion. Antimonverbindungen dienen bei der PET-Herstellung als Katalysator. In Mineralwasser wies das BfR bis zu 2 Mikrogramm Antimon pro Liter nach. Der Grenzwert der EU-Kommission liegt bei 40 Mikrogramm pro Kilogramm Lebensmittel.
Antimon ist ein Halbmetall und hat laut BfR eine sehr geringe östrogene Wirksamkeit. Die gemessenen Werte bleiben weit unter dem Grenzwert. Welche Metalle im Leitungswasser vorkommen und welche Grenzwerte dafür gelten, behandelt der Ratgeber zu Schwermetallen im Leitungswasser.
Hormonell wirksame Stoffe in Mineralwasser
Hormonell wirksame Stoffe aus PET-Flaschen sind bislang nicht nachgewiesen. Studien fanden mit Zellkultur-Testsystemen und in einem Test an Schnecken in einigen Mineralwässern eine östrogene Aktivität. Die gemessene Aktivität lag rund 10.000-fach geringer als die natürliche östrogene Aktivität von Milch, Bier oder Rotwein.
Ausgelöst hatte die Debatte eine Untersuchung der Universität Frankfurt aus dem Jahr 2009. Martin Wagner und Jörg Oehlmann prüften Mineralwasser auf östrogen wirksame Stoffe und berichteten von einer höheren Aktivität bei Wasser aus Plastikflaschen. Welcher Stoff die Aktivität verursachte, konnten die Autoren nicht benennen. Die Studie wurde fachlich kritisiert.
Heute ordnet das BfR die Befunde anders ein. Der Vergleich zwischen Mineralwasser aus PET-Flaschen und aus Glasflaschen zeigte keinen Unterschied bei der in Zellkulturen gemessenen östrogenen Aktivität. Darum ist nicht davon auszugehen, dass die geringe Aktivität auf die PET-Flaschen zurückgeht. In chemischen Analysen der Mineralwässer wurden bislang auch keine Substanzen nachgewiesen, die die östrogene Aktivität verursacht haben könnten.
Mikroplastik in Mehrweg-PET-Flaschen
Mikroplastik wurde in Mineralwasser mehrfach nachgewiesen, hauptsächlich in Mehrwegflaschen. Wasser aus Glas-Mehrwegflaschen enthielt im Vergleich zu Plastik-Mehrwegflaschen ähnlich viel Mikroplastik. Das BfR hält es nach heutigem Stand für unwahrscheinlich, dass von Plastikpartikeln in Lebensmitteln Risiken für die Gesundheit ausgehen.
Die Partikel stammen offenbar nicht aus dem Flaschenmaterial. Der Befund bei Glasflaschen und die stoffliche Zusammensetzung der Partikel weisen laut BfR auf eine Kontamination bei Reinigung und Wiederbefüllung der Mehrwegflaschen hin. Auch der Abrieb vom Deckel und das Altern des Materials kommen als Quelle infrage.
Wie sich Mikroplastik aus Trinkwasser entfernen lässt, zeigt der Ratgeber zum Mikroplastik-Filter für Trinkwasser.
Ist Wasser aus Plastikflaschen ungesund?
Wasser aus Plastikflaschen ist nach heutigem Bewertungsstand nicht ungesund. Nachgewiesen wurden Antimon mit bis zu 2 Mikrogramm pro Liter, Acetaldehyd und in recyceltem Material vereinzelt Bisphenol A. Alle gemessenen Mengen liegen weit unter den Grenzwerten für den Übergang auf Lebensmittel.
PET-Flaschen sind also nicht giftig. Der Nachweis eines Stoffes ist keine Aussage über die Menge, und über das Risiko entscheidet die Menge. Die gefundenen Verunreinigungen stammen außerdem nicht zwangsläufig aus dem Verpackungsmaterial, sondern können anderen Ursprungs sein.
Zwei praktische Punkte bleiben trotzdem:
- Plastikflaschen nicht in der Sonne oder in der Hitze lagern. Wärme und UV-Strahlung begünstigen, dass sich Stoffe aus dem Kunststoff lösen und in das Wasser übergehen.
- Einwegflaschen nicht mehrfach verwenden. Durch die Wiederverwendung entstehen feine Risse im Material, in denen sich Bakterien und Keime ansiedeln können.
Wie sich Leitungswasser und Mineralwasser sonst unterscheiden, vergleicht der Ratgeber Leitungswasser oder Mineralwasser.
Sind Glasflaschen umweltfreundlicher als PET-Flaschen?
Glasflaschen sind nicht grundsätzlich umweltfreundlicher als PET-Flaschen. Über die Ökobilanz entscheiden Flaschenart, Transportweg und die Frage Einweg oder Mehrweg. Laut Umweltbundesamt lassen sich Glas-Mehrwegflaschen bis zu 50-mal und PET-Mehrwegflaschen bis zu 20-mal wiederbefüllen.
Mehrweg schlägt Einweg. Mehrwegflaschen brauchen laut Umweltbundesamt in der Regel weniger Energie und Rohstoffe als Einwegflaschen. Das gilt umso mehr, je regionaler der Vertrieb und je höher die Zahl der Wiederbefüllungen ist. Mehrweg-Glasflaschen sind ökologisch vorteilhaft, Einweg-Glasflaschen sind es nicht.
Der Transport verschiebt die Rechnung zusätzlich. Je weiter Getränke fahren, desto höher wird die Last für die Umwelt. Individualflaschen legen teilweise sehr lange Wege zurück, unabhängig vom Material. Mehrweg-PET-Flaschen sind viel leichter als Glasflaschen, was sich beim Transport positiv auswirkt. Ob Glas oder Plastik besser abschneidet, hängt darum vom Einzelfall ab.
Welche Wasserflasche eignet sich für den täglichen Gebrauch?
Wiederverwendbare Flaschen aus Edelstahl und Glas eignen sich für den täglichen Gebrauch am besten. Beide sind in der Regel schadstofffrei und geschmacksneutral. Der Unterschied zwischen Glas, Edelstahl und Aluminium liegt bei Gewicht, Haltbarkeit und Ökobilanz. Weichmacher spielen bei der Wahl keine Rolle, denn Trinkflaschen kommen ohne sie aus. Wichtiger sind Nachhaltigkeit, andere Inhaltsstoffe und die Hygiene.
| Material | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Glas | Schadstofffrei, geschmacksneutral, leicht zu reinigen, spülmaschinenfest, umweltfreundlich | Zerbrechlich, schwer |
| Edelstahl | Relativ leicht, sehr stabil, kratzfest, in der Regel schadstofffrei, optional mit Isolierung | Anfällig für Dellen und Kratzer |
| Aluminium | Sehr leicht | Innenbeschichtung nötig, nicht geschmacksneutral, ökologisch bedenklich |
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Häufige Fragen
Enthalten PET-Flaschen Weichmacher?
Nein. Zur Herstellung von PET-Flaschen setzt die Industrie laut BfR weder Phthalate noch andere Weichmacher ein. Der Irrtum entsteht durch die Ähnlichkeit der Namen Polyethylenterephthalat und Phthalat. Chemisch sind Terephthalate und ortho-Phthalate zwei getrennte Stoffgruppen.
Ist Acetaldehyd in PET-Flaschen gesundheitlich unbedenklich?
Ja. Nach den in der EU geltenden Vorschriften dürfen höchstens 6 mg Acetaldehyd auf 1 kg Lebensmittel übergehen. Bis zu diesem Grenzwert schließt das BfR gesundheitliche Beeinträchtigungen aus. In Mineralwasser liegt die Menge in der Regel weit darunter.
Warum schmeckt Mineralwasser aus PET-Flaschen manchmal süßlich?
Der süßlich-fruchtige Geschmack stammt von Acetaldehyd, das bei Herstellung und Lagerung der PET-Flasche entsteht. Der Mensch schmeckt den Stoff bereits in weniger als einem Hundertstel der zulässigen Menge. Der Geschmack ist ein Qualitätsmangel, den niemand hinnehmen muss.
Ist BPA ein Weichmacher?
Nein. Bisphenol A ist ein Ausgangsstoff für Polycarbonat und Epoxidharze und wirkt hormonähnlich. Weichmacher werden dagegen beigemischt, um harte Kunststoffe biegsam zu machen. BPA und Phthalate sind zwei getrennte Stoffgruppen mit je eigener Funktion.
Sind PET-Flaschen BPA-frei?
PET-Flaschen sind in der Regel BPA-frei, denn für ihre Herstellung wird Bisphenol A nicht verwendet. In recycelten PET-Flaschen fand das BfR vereinzelt geringe Mengen als Verunreinigung, weit unter dem früheren Grenzwert. Seit dem 20. Januar 2025 ist BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien EU-weit verboten, für vorher rechtmäßig hergestellte Endprodukte gilt eine Übergangsfrist bis zum 20. Juli 2026.
Was bedeutet "BPA-frei"?
"BPA-frei" bedeutet nur, dass ein Produkt kein Bisphenol A enthält. Über andere Inhaltsstoffe sagt die Angabe nichts aus. Die Verordnung (EU) 2024/3190 erfasst darum auch andere gefährliche Bisphenole und Bisphenol-Derivate.
Wie lange darf man aus einer Plastikflasche trinken?
Einweg-Plastikflaschen sollte man nicht wiederverwenden. Durch mehrfache Verwendung entstehen feine Risse im Material, in denen sich Bakterien und Keime ansiedeln können. Für den täglichen Gebrauch eignen sich Flaschen aus Edelstahl oder Glas besser.
Welche Trinkflasche ist am gesündesten?
Trinkflaschen aus Edelstahl schneiden als Allrounder am besten ab. Sie sind stabil, geschmacksneutral und in der Regel schadstofffrei. Glasflaschen sind ebenfalls empfehlenswert, aber schwerer und zerbrechlich.
Quellen
- Fragen und Antworten zu PET-Flaschen, Bundesinstitut für Risikobewertung — mit den Bewertungen zu Weichmachern, Bisphenol A, Antimon und Acetaldehyd in PET
- Fragen und Antworten zu Phthalat-Weichmachern, Bundesinstitut für Risikobewertung — zu Stoffgruppen, Weich-PVC, EFSA-TDI und Aufnahmemengen
- Mikroplastik: Fakten, Forschung und offene Fragen, Bundesinstitut für Risikobewertung — zu Mikroplastik in Mineralwasser und Mehrwegflaschen
- Weichmacher, Umweltbundesamt — mit Hintergrund zu Phthalaten und Human-Biomonitoring
- Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher als Einwegvarianten, Umweltbundesamt — zur Ökobilanz von Glas- und PET-Flaschen
- Verordnung (EU) 2024/3190, EUR-Lex — zum EU-weiten Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien
- Bisphenol A vorsorglich verboten, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat — mit Geltungsbeginn und Übergangsfristen
- Verordnung (EU) Nr. 10/2011, EUR-Lex — als Rechtsgrundlage für Migrationsgrenzwerte bei Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff
- Wagner & Oehlmann (2009): Endocrine disruptors in bottled mineral water — als Ausgangsstudie der Debatte um östrogene Aktivität in Mineralwasser
- Polyethylenterephthalat bei Wikipedia — mit Aufbau und Herstellung des Kunststoffs
- Acetaldehyd bei Wikipedia — zu Eigenschaften und Vorkommen des Stoffes