Leitungswasser in der Schweiz: trinkbar, Grenzwerte, Härte
Leitungswasser in der Schweiz ist trinkbar. Der Nitrat-Höchstwert liegt bei 40 mg/l und damit unter dem EU-Wert von 50. Werte, Herkunft, Härte und Filter.
Leitungswasser in der Schweiz ist trinkbar, und zwar aus jedem Hahn. Die Lebensmittelkontrolle prüft jährlich über 50.000 Proben. Im Zeitraum 2022 bis 2024 lagen 0,55 % der Nitratwerte über dem Höchstwert. Bei Fluorid und Chrom(VI) blieb die Bilanz über 3 Jahre bei 0 Überschreitungen. Der schweizerische Nitratwert liegt bei 40 mg/l. Er liegt damit um 10 mg/l unter dem Wert der EU.
Der Ratgeber nennt die Werte der Verordnung und die Herkunft des Wassers. Dazu kommen 2 Stoffgruppen aus der laufenden Diskussion. Hier steht, wie hart das Wasser in der eigenen Gemeinde ist, wo der Analysebericht liegt und was ein Filter hier leistet.
Aus jedem Schweizer Hahn kommt Trinkwasser
Trinkwasser gilt in der Schweiz als Lebensmittel. Die Kontrolle prüft jährlich über 50.000 Proben. Für den Zeitraum 2022 bis 2024 meldeten 25 Kantone Daten aus 3.628 Versorgungen. Sie beliefern 8,6 Millionen Menschen. Erfasst sind damit 96 % der Bevölkerung. Die Trinkwasserqualität hält der Bericht an 2 mikrobiologischen und 7 chemischen Parametern fest.
Rechtsgrundlage ist die Verordnung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV). Sie trat am 1. Mai 2017 in Kraft. Ihr Stand datiert vom 1. Februar 2024. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) legt die Höchstwerte fest. Die Versorger prüfen in Selbstkontrolle. Die kantonalen Labors kontrollieren per Stichprobe.
| Parameter | Höchstwert | Werte darüber | Betroffene |
|---|---|---|---|
| Escherichia coli | 0 je 100 ml | 637 von 72.454 (0,88 %) | 128.947 (1,5 %) |
| Enterokokken | 0 je 100 ml | 894 von 72.453 (1,2 %) | 241.880 (2,8 %) |
| Nitrat | 40 mg/l | 105 von 18.983 (0,55 %) | 10.675 (0,13 %) |
| Nitrit | 0,1 mg/l | 2 von 12.096 (0,02 %) | 7 (unter 0,01 %) |
| Arsen | 10 µg/l | 11 von 2.528 (0,44 %) | 3.833 (0,06 %) |
| Blei | 10 µg/l | 5 von 2.161 (0,23 %) | 79 (unter 0,01 %) |
| Eisen | 0,2 mg/l | 35 von 3.140 (1,1 %) | 2.284 (0,04 %) |
| Fluorid | 1,5 mg/l | 0 von 10.532 | 0 |
| Chrom(VI) | 20 µg/l | 0 von 980 | 0 |
Alle Zahlen stammen aus dem sechsten Bericht des BLV zum Protokoll Wasser und Gesundheit. Er erschien 2026 und deckt die Jahre 2022 bis 2024 ab. Die Keimbefunde treten kurz auf, meist nach Starkregen oder bei einer Störung im Netz. Die Versorger spülen dann die Leitungen. Sie desinfizieren mit ultraviolettem Licht (UV) oder Chlor und rufen im Ernstfall zum Abkochen auf. Bei Blei und Eisen sitzt die Ursache im Netz oder in der Hausinstallation, also hinter dem Hausanschluss.
Die Schweiz setzt Nitrat bei 40 mg/l an
Der Nitratwert der TBDV liegt bei 40 mg/l. In Deutschland und in der übrigen EU gilt 50 mg/l. Die Schweiz zieht die Grenze also um 20 % tiefer. Bei Nitrit steht in der TBDV 0,1 mg/l. Die deutsche Trinkwasserverordnung erlaubt am Hahn 0,50 mg/l.
| Parameter | Schweiz (TBDV) | Deutschland (TrinkwV) |
|---|---|---|
| Nitrat | 40 mg/l | 50 mg/l |
| Nitrit | 0,1 mg/l | 0,50 mg/l |
| Arsen | 10 µg/l | 10 µg/l |
| Blei | 10 µg/l | 10 µg/l, ab 12. Januar 2028 5 µg/l |
| Uran | 30 µg/l | 10 µg/l |
| Chrom | 50 µg/l | 25 µg/l, ab 12. Januar 2030 5 µg/l |
| Fluorid | 1,5 mg/l | 1,5 mg/l |
| Natrium | 200 mg/l | 200 mg/l |
| Pestizid einzeln | 0,1 µg/l | 0,1 µg/l |
| Pestizide gesamt | 0,5 µg/l | 0,5 µg/l |
| Summe von 20 PFAS | vertagt | 0,1 µg/l seit 12. Januar 2026 |
Bei 2 Werten liegt die Schweiz strenger. Bei 4 liegt Deutschland strenger, bei 5 sind beide gleichauf. Ein pauschales Urteil über die zwei Verordnungen trägt also wenig weit. Der schweizerische Nitratwert stammt aus dem Lebensmittelrecht und gilt am Hahn.
Eine Stufe früher greift die Gewässerschutzverordnung. Für Grundwasser zur Trinkwassernutzung nennt sie 25 mg/l als Anforderung. Landesweit liegt Nitrat an rund jeder sechsten Messstelle darüber. In Gebieten mit Ackerbau sind es mehr als 50 % der Messstellen. Im Trinkwasser bleibt der Wert dank Mischung und Fassungswechsel in 99,45 % der Messungen eingehalten.
80 % stammen aus Quellen und Grundwasser
Rund 80 % des Schweizer Trinkwassers stammen aus Quell- und Grundwasser. Rund 20 % kommen aus Seewasser. Die Versorgungen gaben 2024 zusammen 916 Millionen Kubikmeter ab, 1 % weniger als im Vorjahr. Der Tagesverbrauch je Einwohner sank von 282 auf 276 Liter.
Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) teilt die Aufbereitung in 3 gleich große Drittel.
| Anteil | Behandlung | Typisch für |
|---|---|---|
| rund 1 Drittel | roh ins Netz | Quellen im Schutzgebiet |
| rund 1 Drittel | 1 Stufe: UV, Ozon oder Chlor | Grundwasser im Mittelland |
| rund 1 Drittel | mehrere Stufen | Seewasser |
Die geringe Aufbereitungstiefe folgt aus der Güte des Rohwassers. Wo Wasser aus einem geschützten Gebiet stammt, erübrigt sich eine aufwendige Behandlung. In Österreich deckt die Republik ihren Bedarf zur Gänze aus geschütztem Grundwasser, auch dort erreicht es die Haushalte meist unbehandelt. In Italien läuft ein größerer Teil über aufbereitetes Oberflächenwasser, weshalb dort häufiger Chlorgeschmack auftritt.
Trockenheit verschiebt die Anteile jährlich. 2024 fiel viel Regen auch im Sommer. Die Nutzung von Quellwasser stieg deshalb um 12 %. Die Förderung von Grundwasser sank im selben Jahr um 10 %, die von Seewasser um 8 %.
Zürich, Basel und Genf versorgen sich verschieden
Zürich bezieht rund 70 % seines Trinkwassers aus dem Zürichsee. Je 15 % kommen aus Quell- und Grundwasser. Die Versorgung beliefert die Stadt und 67 weitere Gemeinden und betreibt 1.282 Brunnen. Die Härte liegt bei 14 bis 19 französischen Härtegraden.
| Stadt | Hauptquelle | Anteil | Härte |
|---|---|---|---|
| Zürich | Zürichsee, mehrere Stufen | rund 70 % | 14 bis 19 °fH |
| Basel | Grundwasser aus Hardwald und Langen Erlen | Hardwasser AG rund 50 % | rund 19 °fH |
| Genf | Genfersee | über 80 Mio. m³ im Jahr | hart, kalkreich |
| Bern | Grundwasser aus dem Aaretal | meist | mittelhart |
Basel arbeitet mit einem Verfahren, das in der Schweiz sonst selten vorkommt. Die Hardwasser AG reinigt Rheinwasser vor und versickert es im Hardwald. Der Waldboden filtert weiter. Danach fördern Brunnen das angereicherte Grundwasser zurück. Die Anlagen im Hardwald und in den Langen Erlen versorgen zusammen rund 220.000 Menschen.
In den Bergkantonen sieht die Versorgung anders aus. Gemeinden dort fassen ihre Quelle oft direkt, teils sogar roh. Die Herkunft prägt Härte und Geschmack stärker als jede Stufe der Aufbereitung.
Chlorothalonil ist der eine offene Punkt
Chlorothalonil ist ein Fungizid und kam seit den 1970er Jahren im Ackerbau zum Einsatz. Das Bundesamt für Landwirtschaft widerrief die Zulassung im Dezember 2019. Das Verkaufsverbot gilt seit Anfang 2020. Der Streit dreht sich seither um die Abbauprodukte, fachlich Metaboliten genannt. Für sie gilt im Trinkwasser der Pestizidwert von 0,1 µg/l.
Zwischen 2022 und 2024 überschritten 7 als relevant geführte Metaboliten diesen Wert. Der Metabolit R471811 führt die Liste mit Abstand an.
| Metabolit | Messungen | Werte über 0,1 µg/l | Betroffene |
|---|---|---|---|
| Chlorothalonil R471811 | 3.189 | 979 (31 %) | 547.560 (7,9 %) |
| Chlorothalonil R417888 | 3.143 | 368 (12 %) | 198.913 (2,7 %) |
| Chlorothalonil SYN548580 | 82 | 2 (2,4 %) | 3.333 (0,37 %) |
| S-Metolachlor Metolachlor-ESA | 2.203 | 43 (2,0 %) | 7.867 (0,15 %) |
| Chlorothalonil SYN507900 | 1.477 | 12 (0,81 %) | 15.667 (0,58 %) |
Im Grundwasser fällt die Bilanz schärfer aus. Landesweit betrifft die Last mehr als jede vierte Messstelle der Nationalen Grundwasserbeobachtung (NAQUA). Im Mittelland liegt R471811 an über 50 % der Messstellen über dem Wert. 17 Kantone melden Überschreitungen. Grundwasser erneuert sich langsam, und die Metaboliten sind langlebig. Die Last bleibt deshalb über Jahre bestehen.
Der Rechtsweg zieht sich über 6 Jahre
- 2019 und 2020: Das BLV stuft die Metaboliten als trinkwasserrelevant ein. Der anwendbare Höchstwert sinkt dadurch um den Faktor 100.
- 2020 und 2021: Das Bundesverwaltungsgericht stoppt auf Beschwerde der Herstellerin Syngenta einzelne Weisungen des BLV.
- 20. März 2024: Das Gericht entscheidet im Verfahren B-3340/2020 zugunsten der Behörde. Die Rechtslage beim Höchstwert ist damit geklärt.
- Mai 2024: Die Weisung 2024/1 regelt das Vorgehen der Kantone bei Überschreitungen.
- 12. März 2026: Im Verfahren B-531/2020 bestätigt das Gericht das Verbot des Wirkstoffs. Zugleich erklärt es 4 Metaboliten für irrelevant, darunter R471811 und R417888.
Der Punkt aus dem März 2026 wiegt schwer, denn er trifft die 2 verbreitetsten Metaboliten. Das Urteil erging im Zulassungsverfahren gegen das Bundesamt für Landwirtschaft. Es liegt damit außerhalb des Lebensmittelrechts. Das BLV führt auf seiner Seite mit Stand vom 27. Juli 2026 weiterhin das Urteil von 2024 als maßgeblich. Für Verbraucher gilt vorerst der Höchstwert von 0,1 µg/l. Wie die Behörden die Einstufung der Pflanzenschutzmittel anpassen, ist im August 2026 offen.
PFAS: Der Bund hat die neuen Werte vertagt
Für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) nennt die TBDV bislang 3 Einzelwerte. Perfluoroctansulfonat (PFOS) und Perfluorhexansulfonat stehen bei 0,3 µg/l. Perfluoroctansäure (PFOA) steht bei 0,5 µg/l. Ab Januar 2026 sollte ein Summenwert von 0,1 µg/l für 20 Stoffe hinzukommen, dazu 0,02 µg/l für eine Vierergruppe.
Am 12. Dezember 2025 gab das BLV bekannt, dass die Anpassung vorerst unterbleibt. Als Grund nennt es die laufende politische Diskussion. Die Umweltkommission des Ständerats verlangt eigene schweizerische Werte statt einer Übernahme aus der EU. Fachleute rechnen inzwischen mit einer Einführung im Jahr 2027.
Die Lage im Grundwasser hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am 27. Oktober 2025 veröffentlicht.
| Befund | Anteil der NAQUA-Messstellen |
|---|---|
| PFAS nachweisbar | knapp die Hälfte |
| Summe von 26 PFAS über 0,0044 µg/l | rund 25 % |
| Summe von 26 PFAS über 0,1 µg/l | knapp 2 % |
| PFAS im Siedlungsgebiet | über 90 % |
Beprobt wurden rund 550 Messstellen. Deutschland setzte den Summenwert von 0,1 µg/l für 20 PFAS am 12. Januar 2026 in Kraft. Beim selben Zahlenwert liegen die beiden Länder derzeit auseinander, und zwar aus rein politischen Gründen.
Wasserhärte zählt in französischen Graden
Die Schweiz misst Wasserhärte in französischen Härtegraden (°fH). Deutschland rechnet in deutschen Graden (°dH). 1 °fH entspricht 0,56 °dH. Ein Wert von 25 °fH liegt also bei 14 °dH. Wer eine deutsche Tabelle heranzieht, rechnet mit dem Faktor 0,56 um.
| Stufe | °fH | °dH |
|---|---|---|
| sehr weich | 0 bis 7 | 0 bis 3,9 |
| weich | 7 bis 15 | 3,9 bis 8,4 |
| mittelhart | 15 bis 25 | 8,4 bis 14 |
| ziemlich hart | 25 bis 32 | 14 bis 17,9 |
| hart | 32 bis 42 | 17,9 bis 23,5 |
| sehr hart | über 42 | über 23,5 |
Die Härte folgt der Geologie. Im Mittelland und im Jura prägt Kalk den Untergrund. Das Wasser fällt dort hart aus. In den Zentral- und Südalpen dominiert kristallines Gestein, dort bleibt es weich. Zwischen sehr weichem Alpenwasser unter 7 °fH und Basel mit rund 19 °fH liegen 2 Härtestufen.
Härte ist eine rein technische Größe. Calcium und Magnesium zählen als Härtebildner und zugleich als Nährstoffe. Sichtbar wird die Härte als Kalkablagerung an Wasserkocher, Armatur und Waschmaschine.
Der eigene Wert über die Postleitzahl
3 Schritte führen zum eigenen Wert. Der SVGW betreibt die Plattform trinkwasser.ch und stellt sie den Versorgern kostenlos zur Verfügung. Dort die eigene Postleitzahl eingeben – Härte und Zusammensetzung der Versorgung erscheinen daraufhin. Eine Karte führt zum selben Ergebnis. Jede Versorgung veröffentlicht ihre Werte zur Trinkwasserqualität, meist zusätzlich auf der Website der Gemeinde.
5 Werte lohnen einen Blick, und zwar in dieser Reihenfolge.
| Wert | Warum er zählt | Referenz |
|---|---|---|
| Härte in °fH | steuert Kalk an Geräten | 15 bis 25 °fH heißt mittelhart |
| Nitrat in mg/l | misst den Druck der Landwirtschaft | Höchstwert 40 mg/l |
| Chlorothalonil | regional der stärkste Befund | 0,1 µg/l je Stoff |
| Herkunft | erklärt Geschmack und Härte | Quelle, Grundwasser oder See |
| Warmwasser | steuert das Risiko beim Duschen | fragt die Haustechnik |
Der Wert des Versorgers gilt bis zum Hausanschluss. Metalle wie Blei, Kupfer und Nickel lösen sich erst danach aus der Installation. Zur Hausinstallation schweigt der Bericht deshalb. Eine eigene Messung durch ein akkreditiertes Labor lohnt bei einer privaten Quelle, bei einem Hausbrunnen und bei Verdacht auf alte Leitungen. Private Fassungen liegen außerhalb der amtlichen Überwachung. Ihr Wasser prüft der Eigentümer selbst.
Übrigens erfasst die TBDV auch das Wasser in öffentlich zugänglichen Duschanlagen. Wo die Anforderungen an die Keimzahl nur baulich zu erfüllen sind, läuft die Frist bis zum 30. April 2027.
Hahnenwasser, eau du robinet, acqua di rubinetto
Hahnenwasser ist in der Deutschschweiz der Ausdruck für das, was in Deutschland Leitungswasser heißt. In der Westschweiz sagt man eau du robinet. Im Tessin heißt es acqua di rubinetto. Alle 3 Begriffe meinen denselben Stoff und dieselbe Rechtslage nach TBDV.
Gesundheitlich spricht die Datenlage für Hahnenwasser. Über 3 Jahre und 10.532 Messungen blieb der Fluoridwert von 1,5 mg/l ausnahmslos eingehalten. Bei Chrom(VI) verlief es in 980 Messungen ebenso. Die Keimqualität stuft der BLV-Bericht als sehr gut und stabil ein.
Fluoridiertes Trinkwasser gab es nur in Basel
Basel fluoridierte sein Trinkwasser ab 1962 als Vorsorge gegen Karies. Ende Juni 2003 stellte die Stadt das Verfahren wieder ein. Der Grund war ein Verlustproblem. Weniger als 1 % des fluoridierten Wassers landete als Trinkwasser im Glas. Der Rest floss ungenutzt in die Kanalisation. Seither fluoridiert die Schweiz über das Speisesalz, das seit 1955 industriell entsteht.
Fluorid bleibt im Trinkwasser damit ein geogener Spurenstoff. Die gemessenen Gehalte liegen klar unter dem Höchstwert. Wer den eigenen Wert sucht, findet ihn im Analysebericht der Versorgung.
Was ein Wasserfilter in der Schweiz leistet
Ein Aktivkohlefilter bindet Chlor, organische Spurenstoffe und Partikel. Er verbessert damit Geschmack und Geruch. Gegen 2 der hier besprochenen Stoffgruppen arbeitet er wirksam, gegen 3 weitere systembedingt gar. Die Filterelemente von Alb Filter beruhen auf Aktivkohle.
| Stoff | Aktivkohle | Wirksames Verfahren |
|---|---|---|
| Chlor, Geschmack, Geruch | wirksam | Aktivkohle |
| Partikel und Trübung | wirksam | Sedimentfilter, Aktivkohle |
| Pestizide | teilweise wirksam | Aktivkohle, Umkehrosmose |
| Chlorothalonil | begrenzt wirksam | Umkehrosmose |
| PFAS | teilweise wirksam | Umkehrosmose, Adsorber |
| Nitrat | wirkungslos | Umkehrosmose, Ionentausch |
| Kalk und Härte | wirkungslos | Enthärter |
| Arsen | wirkungslos | Adsorber, Umkehrosmose |
Die Metaboliten von Chlorothalonil lösen sich stark in Wasser. Sie binden deshalb schlecht an Aktivkohle. Zuverlässig arbeitet dagegen eine Umkehrosmose. Sie verlangt im Haushalt allerdings einen Festeinbau und erzeugt Abwasser. Sinnvoll ist ein Aktivkohlefilter vor allem dort, wo aufbereitetes Seewasser einen eigenen Geschmack trägt. Der zweite Fall ist das Wohnmobil, wo Wasser tagelang im Tank steht.
Der Weg zur Entscheidung führt über den Analysebericht. Wer erst den Wert kennt und dann das Verfahren wählt, spart sich eine Anschaffung am Befund vorbei.
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Häufige Fragen
Kann man in der Schweiz Leitungswasser trinken?
Ja. Trinkwasser gilt als Lebensmittel und unterliegt der TBDV. Die Kontrolle prüft jährlich über 50.000 Proben. Zwischen 2022 und 2024 blieben 99,45 % der Nitratmessungen und alle 10.532 Fluoridmessungen innerhalb der Höchstwerte.
Kann man in Zürich Leitungswasser trinken?
Ja. Zürich bezieht rund 70 % seines Trinkwassers aus dem Zürichsee und bereitet es mehrstufig auf. Je 15 % kommen aus Quell- und Grundwasser. Die Härte liegt bei 14 bis 19 °fH. Auch die 1.282 städtischen Brunnen führen Trinkwasser.
Was heißt Leitungswasser auf Schweizerdeutsch?
Hahnenwasser. In der Westschweiz heißt es eau du robinet, im Tessin acqua di rubinetto. Rechtlich fallen alle 3 unter dieselbe Verordnung.
Woher kommt das Trinkwasser in der Schweiz?
Rund 80 % stammen aus Quell- und Grundwasser, rund 20 % aus Seewasser. 2024 gaben die Versorgungen 916 Millionen Kubikmeter ab. Rund ein Drittel der Menge gelangt roh ins Netz, ein weiteres Drittel nach einstufiger Desinfektion.
Wie viel Nitrat darf Schweizer Trinkwasser enthalten?
Der Höchstwert liegt bei 40 mg/l und damit unter dem EU-Wert von 50 mg/l. Im Grundwasser gilt eine Anforderung von 25 mg/l. Landesweit liegt rund jede sechste Messstelle darüber.
Wie hart ist das Wasser in der Schweiz?
Die Geologie entscheidet. Im Mittelland und im Jura fällt das Wasser hart aus, in den Zentral- und Südalpen bleibt es weich. Zürich liegt bei 14 bis 19 °fH, Basel bei rund 19 °fH. 1 °fH entspricht 0,56 °dH.
Ist Chlorothalonil im Trinkwasser noch ein Thema?
Durchaus. Der Wirkstoff ist seit 2020 verboten, seine Abbauprodukte bleiben im Grundwasser. Zwischen 2022 und 2024 lagen 979 von 3.189 Messungen des Metaboliten R471811 über 0,1 µg/l. Betroffen waren 547.560 Menschen.
Enthält Schweizer Leitungswasser Fluorid?
Nur geogen, also aus dem Gestein. Basel fluoridierte als einzige Stadt von 1962 bis Juni 2003. Seither läuft die Vorsorge gegen Karies über fluoridiertes Speisesalz. In 10.532 Messungen über 3 Jahre blieb der Höchstwert von 1,5 mg/l eingehalten.
Ist Leitungswasser in der Schweiz ungesund?
Die Bilanz der Kontrolle spricht für das Gegenteil. Über 3 Jahre lagen 0,55 % der Nitratwerte und 0,44 % der Arsenwerte über dem Höchstwert. Bei Fluorid und Chrom(VI) blieb die Zahl bei 0. Offen bleibt der Umgang mit Chlorothalonil-Metaboliten und PFAS.
Wie lasse ich mein Wasser in der Schweiz testen?
Den Wert deiner Versorgung gibt es über die Postleitzahl auf trinkwasser.ch. Eine eigene Probe untersucht ein akkreditiertes Labor. Sinnvoll ist das bei privater Quelle, bei einem Hausbrunnen oder bei Verdacht auf alte Leitungen im Haus.
Hilft ein Wasserfilter gegen Chlorothalonil-Metaboliten?
Aktivkohle bindet einen Teil der organischen Rückstände. Bei den stark wasserlöslichen Metaboliten bleibt die Wirkung begrenzt. Zuverlässig arbeitet hier die Umkehrosmose.
Quellen
- Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV, SR 817.022.11), Stand vom 1. Februar 2024, Anhang 1 und Anhang 2
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Umsetzung des Protokolls Wasser und Gesundheit in der Schweiz, sechster Berichtszeitraum 2022 bis 2024
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Nationale Ziele Wasser und Gesundheit, Fassung vom 27. Februar 2026
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Weisung 2024/1 zu Chlorothalonil-Metaboliten im Trinkwasser
- Bundesamt für Umwelt: Grundwasser-Qualität und PFAS im Grundwasser, Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA, Stand vom 27. Oktober 2025
- Bundesamt für Umwelt: Chlorothalonil im Grundwasser, Auswertung der NAQUA-Messstellen
- Bundesverwaltungsgericht: Urteil B-3340/2020 vom 20. März 2024 sowie Urteil B-531/2020 vom 12. März 2026
- Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches: Wasserstatistik für das Betriebsjahr 2024, veröffentlicht am 20. Februar 2026
- Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches: Wasseraufbereitung sowie Plattform trinkwasser.ch
- Wasserversorgung Zürich: Herkunft und Aufbereitung des Zürcher Trinkwassers
- Hardwasser AG und Industrielle Werke Basel (IWB): Grundwasseranreicherung im Hardwald und in den Langen Erlen
- Kanton Basel-Stadt: Umstellung von der Trinkwasser- zur Salzfluoridierung, Mitteilung aus dem Jahr 2003
- Trinkwasserverordnung vom 20. Juni 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 159), Anlage 2 Teil I und Teil II
- Gewässerschutzverordnung (GSchV, SR 814.201), Anhang 2