Arzneimittelrückstände

Jährlich werden ca. 30.000 Tonnen Arzneimittel in Deutschland eingenommen. Etwa 95 Prozent der Rückstände von Arzneimittelwirkstoffen und ihren Abbauprodukten werden wieder ausgeschieden und können von Kläranlagen kaum herausgefiltert werden. Zudem wird etwa ein Drittel der Humanarzneimittel unverbraucht entsorgt – häufig über die Toilette. So gelangen Wirkstoffe und Abbauprodukte in Gewässer und Böden. Spuren von mehr als 150 verschiedenen Arzneimitteln wurden in den vergangenen Jahren in Binnengewässern und mitunter sogar im Grundwasser nachgewiesen. Auch wenn nur wenige Arzneimittelwirkstoffe im Grundwasser nachweisbar sind, geht die Gefahr vor allem von Antibiotika und Psychopharmaka aus. Hier können sich beispielsweise antibiotikaresistente Bakterien entwickeln.

Welche konkreten Auswirkungen diese Stoffe auf Menschen und die Umwelt haben, ist aktuell noch wenig erforscht. Bei Tieren und Pflanzen sind Entwicklungs- und Verhaltensänderungen zu beobachten.