Aktivkohlefilter für Wasser

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Aktualisiert am: 30.12.2020

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Was ist ein Aktivkohlefilter?

Ein Aktivkohle-Wasserfilter ist ein vielseitiger Trinkwasserfilter für jeden Haushalt, aber nicht für jede Anwendung

Verbrauchern steht heute ein breites Angebot an Wasserfiltern zur Verfügung. Dabei gibt es verschiedene Verfahren, Trinkwasser zu filtern, zum Beispiel Umkehrosmose, Ionenaustauscher oder Aktivkohlefilter. Wasserfilter mit Aktivkohlefiltern sind weit verbreitet. Doch wie funktionieren sie und worum handelt es sich bei diesen Filtern? Sind sie für jeden Haushalt geeignet? Was muss ich beim Kauf eines Aktivkohlefilters beachten?

Was ist eigentlich Aktivkohle?

Um die Wirkung eines Aktivkohlefilters zu verstehen, muss man wissen, worum es sich bei der Aktivkohle eigentlich handelt. Manchmal spricht man auch von medizinischer Kohle oder aktivierter Kohle.

Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte man, dass Holzkohle eine sogenannte Adsorptionswirkung besitzt, das heißt, sie entzieht Wasser oder einem Gas bestimmte Stoffe. So kann sie zum Beispiel Flüssigkeiten entfärben. Im Jahr 1901 begann mit einem Patent die moderne Aktivkohleherstellung.

Aktivkohle wird heute aus pflanzlichen Stoffen gewonnen. Kokosnussschalen beispielsweise liefern eine hochwertige Aktivkohle. Es kann aber auch Torf, Holz oder Braunkohle verwendet werden. Dieses Ausgangsmaterial wird mit Hilfe der sogenannten „Pyrolyse“ verkohlt. Dabei bleibt der Kohlenstoff übrig, während andere Bestandteile verbrennen. Im zweiten Schritt wird diese Kohle mit Hilfe chemischer Prozesse oder heißem Gas in einem Ofen aktiviert. Das Ziel ist es, eine poröse Struktur aus weitgehend reinem Kohlenstoff zu erhalten.  

Ein gesinterter Aktivkohleblock

Gesinterter Aktivkohleblock

Woraus besteht ein Aktivkohlefilter?

Am Ende des Herstellungsprozesses entsteht ein Labyrinth mit vielen Poren. Diese Aktivkohle besitzt eine sehr große Oberfläche. Ihre Struktur unterscheidet sich grundlegend von nicht aktivierter Kohle. 

Wie funktioniert ein Aktivkohlefilter?

Worin besteht nun die Aktivität der aufbereiteten Aktivkohle? Durch die besondere Oberflächenstruktur wird das sogenannte Adsorptionsniveau gesteigert. Das heißt, dass Stoffe an der Innenoberfläche der Kohleporen angereichert werden und an der porösen Oberfläche haften bleiben. Deshalb eignet sich Aktivkohle hervorragend dazu, Stoffe aus dem Wasser, aber auch aus Gasen zu entnehmen. 

Aktivkohle unter dem Mikroskop

Aktivkohle unter dem Mikroskop in unserem Labor

Wie wird ein Aktivkohlefilter eingesetzt?

Aktivkohlefilter kommen heute bei der Luftreinigung und bei der Aufbereitung von Grundwasser und Abwasser zum Einsatz. Besonders gut eignen sie sich aber auch zur Aufbereitung von Trinkwasser und zur Verbesserung der Wasserqualität. Durch ihre Vielseitigkeit lassen sie sich sowohl im industriellen Umfeld als auch für Wasserfilter in Privathaushalten einsetzen. Sie sind zugleich kostengünstig und sehr effizient.

Aktivkohlefilter für einen Wasserhahnfilter

Aktivkohlefilter für den Wasserhahn

Worin unterscheiden sich Aktivkohlefilter?

Der Wirkungsgrad eines Aktivkohlefilters kann unterschiedlich sein. Dadurch gibt es große Qualitätsunterschiede, die mit der Herstellungsweise zusammenhängen. Generell unterscheidet man bei Aktivkohle drei Formen von Aktivkohleprodukten:

  • pulverisierte Aktivkohle
  • gebrochene Aktivkohle als Granulat
  • geformte Aktivkohle

Besonders hochwertige Aktivkohle-Blockfilter können zum Beispiel durch gesinterte Aktivkohle hergestellt werden. Dadurch wird die „Leistung“ der Aktivkohle optimiert, denn bei einem Filter aus Aktivkohlegranulat fließt das Wasser um das Granulat herum, wodurch möglicherweise unerwünschte Stoffe wieder an das gefilterte Wasser abgegeben werden können. Die unterschiedliche Produktbeschaffenheit bestimmt daher den Wirkungsgrad eines Aktivkohlefilters.

Was filtert ein Aktivkohlefilter?

Hochwertige Aktivkohlefilter entfernen Schadstoffe und geschmacksmindernde Stoffe aus dem Wasser. Dabei werden auch gelöste Substanzen wie Chloride und organische Verunreinigungen entfernt. Die Aktivkohle funktioniert bei diesem Prozess wie ein Magnet, der diese Stoffe festhält. Aktivkohlefilter eignen sich hauptsächlich dazu, folgende Stoffe zu filtern:

Liste von Elementen. Was filtert ein Aktivkohlefilter?

Welche Stoffe können durch Aktivkohle gefiltert werden?

Wie filtert ein Aktivkohle-Wasserfilter?

Beim Aktivkohlefilter wird das Wasser aufbereitet, in dem es durch den Aktivkohleblock hindurchfließt. Dabei entfaltet der Filter neben der adorptiven (also der „aufsaugenden“ Wirkung) eine mechanische und eine katalytische Wirkung.

Entfernt ein Aktivkohlefilter auch Mineralstoffe?

Ein guter Aktivkohle-Wasserfilter hat zudem die Eigenschaft, wichtige Stoffe im Wasser zu belassen. Dazu zählen Mineralstoffe, die für den menschlichen Körper wichtig sind. Auch Nitrate und Kalk werden nicht durch einen Aktivkohlefilter gefiltert – ein weiterer Grund, warum sich Wasserfilter mit Aktivkohle gut für den Haushalt und zur Filtration von Trinkwasser eignen. Doch wie sicher ist ein Wasserfilter, der nur bestimmte Stoffe im Wasser bindet?

Wie sicher ist ein Aktivkohlefilter?

Entscheidend sind die Produktqualität eines Trinkwasserfilters aus Aktivkohle sowie der einwandfreie Zustand des Wasserfilters. Aktivkohle hat eine begrenzte Speicherkapazität. Sobald diese erschöpft ist, muss die Filterpatrone gewechselt werden; andernfalls würde nicht nur die Wirkung nachlassen, sondern auch ein Verkeimungsrisiko bestehen. Zudem kommt es auf den Gesamtaufbau des Filterprodukts an, etwa darauf, welche weiteren mechanischen Verfahren zur Wasserfiltration in dem Filter verbaut sind. Der Verbraucher kann den sicheren Wirkungsgrad seines Aktivkohlefilters durch Zertifikate und Herstellerangaben in Erfahrung bringen. Filter werden zum Beispiel durch den TÜV oder einschlägige Universitätsinstitute geprüft. In einer besonderen Umgebung, beispielsweise in Krankenhäusern, oder zur sicheren Entfernung bei Legionellen müssen Spezialfilter verwendet werden, die genormten Anforderungen entsprechen und eine sogenannte Ultrafiltration vornehmen.

Frau trinkt mit Aktivkohle gefiltertes Wasser

Qualitativ hochwertige Aktivkohle macht den Unterschied

Wie oft muss ich den Aktivkohlefilter wechseln?

In der Regel erfolgt der Wechsel der Filterpatronen in einem Intervall zwischen vier und sechs Monaten. Heutige Aktivkohlefilter lassen sich problemlos austauschen. Entscheidend ist auch die Durchflussmenge des Wassers. So kann nach 5.000 Litern ein Filterwechsel erforderlich sein. Entsprechende Angaben und Austausch-Filterpatronen erhält man beim jeweiligen Wasserfilterhersteller.

Aktivkohle rechtzeitig und regelmäßig wechseln

Ein rechtzeitiger und regelmäßiger Wechsel ist sehr wichtig.

Sind Aktivkohlefilter teuer?

Bei Wasserfiltern mit Aktivkohlefiltern gibt es eine sehr große Produktauswahl vom Tischkannenfilter bis zum Hochleistungswasserfilter. Dementsprechend kann man einen Aktivkohlewasserfilter bereits für wenig Geld erwerben. Es gibt aber auch aufwendigere, teure Filtersysteme. Ein großer Vorteil des Aktivkohlewasserfilters besteht darin, dass er keine zusätzliche Chemie und keinen Strom benötigt. Auch der Einbau eines Wasserfilters ist in der Regel einfach und kann ohne Handwerker ausgeführt werden. Langfristig lohnt sich die Investition in einen hochwertigen Aktivkohleblockfilter, da er mehr Sicherheit bietet und außer dem Wechsel der Filterpatrone wartungsfrei bleibt.

Für wen ist ein Aktivkohlefilter die richtige Wahl?

Für Privatverbraucher und normale Haushalte ist ein Aktivkohlefilter für die Wasserleitung eine gute Wahl, denn er vereinigt die meisten Vorteile auf sich. Die Filterprodukte sind im Vergleich mit anderen Filteranlagen kostengünstig und liefern einen hohen Wirkungsgrad. Bei besonderen Anforderungen, zum Beispiel der Notwendigkeit einer extrem sicheren Filterung von Viren und Bakterien, empfiehlt es sich, mit dem Händler oder Hersteller Kontakt aufzunehmen, um das geeignete Produkt zu finden.

Ist ein Aktivkohlefilter umweltfreundlich?

Gute Aktivkohlefilter zeichnen sich durch einen geringen Anteil Bindemittel aus, welcher quasi in jedem gesinterten Rohling eingesetzt wird. Alb Filter produziert zudem noch Kartuschen-Aufnahmen aus dem Biorohstoff Lignin, welcher aus nachwachsenden Rohstoffen stammt.

Was sollte ich beim Kauf beachten?

Aktivkohlefilter zur Wasserfilterung sind heute weit verbreitet. Bei der Entscheidung für einen Trinkwasserfilter mit Aktivkohle sollte auf folgende Kriterien geachtet werden:

  • Um welchen Produkttyp von Aktivkohle handelt es sich? (zum Beispiel Granulat oder gesinterte Aktivkohle)
  • Welcher Wirkungsgrad wird vom Hersteller zugesichert?
  • Handelt es sich um einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Trinkwasserfilter, dessen Materialien recycelt werden können?
  • Habe ich einen sehr hohen Wasserdurchfluss und wie oft muss ich die Filterpatrone wechseln?
  • Verspricht das Produkt einen problemlosen Einbau und rasches, unkompliziertes Wechseln der Filterkartuschen?
  • Bietet der Hersteller einen Erinnerungs- und Beratungsservice an?

Fazit

Aktivkohlefilter bieten bei den gängigen Verfahren zur Wasserverbesserung die meisten Vorteile. Sie sind insbesondere für Privathaushalte geeignet, die sich eine geschmacks- und geruchsverbessernde Wirkung sowie eine weitgehende Entfernung von Schadstoffen aus ihrem Leitungswasser wünschen. Gleichzeitig haben Aktivkohlefilter Grenzen bei der Entfernung von Bakterien, Viren und Einträgen im Wassser, zum Beispiel Nitraten. Aktivkohlefilter sind meist nutzerfreundlich und im Vergleich kostengünstig. Je nach persönlichen Anforderungen ist bei der Entscheidung für einen Aktivkohlefilter die Beratung durch einen Hersteller oder Händler wichtig. 

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