Mikroplastik im Trinkwasser filtern
So gelangt Mikroplastik ins Trinkwasser, so gefährlich ist es nach heutigem Stand und so filtert ein Aktivkohleblockfilter es zuverlässig heraus.
Mikroplastik steckt heute in Böden, Ozeanen, in der Luft und im Wasser. In kleinen Mengen kommt es auch aus dem Hahn. Dieser Ratgeber erklärt, was Mikroplastik ist, wie es ins Trinkwasser gelangt, wie gefährlich es nach heutigem Forschungsstand ist und wie ein Aktivkohleblockfilter es zuverlässig zurückhält.
Was ist Mikroplastik?
Als Mikroplastik gelten Kunststoffteilchen mit einer Größe von 0,1 µm bis 5 mm. Zum Vergleich: Ein Blatt Papier ist mit rund 100 µm etwa tausendmal so dick wie die kleinsten Partikel von 0,1 µm. Die größten Teilchen erreichen mit 5 mm die Länge einer roten Ameise. Teilchen unter 1 µm heißen Nanoplastik. Der Begriff fasst alle Kunststoffe zusammen, also Polymere vom Verpackungsmaterial bis zur Textilfaser.
Fachleute unterscheiden zwei Arten:
- Primäres Mikroplastik wird gezielt als Werkstoff hergestellt, etwa für Peelings, Zahnpasta, Kosmetik, Reinigungsmittel, Lacke und Farben.
- Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn größerer Plastikmüll durch ultraviolettes Licht (UV-Licht) und Bewegung zerfällt. Die größte Einzelquelle ist der Abrieb von Autoreifen. Auch beim Waschen von Kleidung aus Polyester, Polyethylen oder Elastan lösen sich Fasern.
Wie gelangt Mikroplastik ins Trinkwasser?
Über drei Wege erreicht Mikroplastik vor allem das Trinkwasser: Textilfasern aus der Wäsche, den Abrieb von Autoreifen und den Klärschlamm der Landwirtschaft. Die genauen Anteile sind noch in Erforschung, doch praktisch jeder Haushalt trägt bei. Beim Waschen von Synthetik-Kleidung lösen sich feine Fasern. Über den Reifenabrieb gelangen nach Regenfällen große Mengen in die Kanalisation. Herkömmliche Kläranlagen halten Mikroplastik nur teilweise zurück. Ein Großteil landet über den Klärschlamm auf den Feldern und kehrt von dort in den Wasserkreislauf zurück. Diesen Zusammenhang dokumentierte 2017 eine viel beachtete Studie des Recherchenetzwerks Orb Media.
Wie viel Mikroplastik steckt im Trinkwasser?
Eine Untersuchung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) von 2014 fand zwischen 86 und 714 Mikroplastikpartikel pro Kubikmeter Wasser. Je nach Anlagengröße gelangen so zwischen 93 Millionen und 8,2 Milliarden Partikel in die Flüsse. Eine weltweite Analyse der University of Minnesota mit Orb Media prüfte rund 150 Trinkwasserproben: 80 % enthielten Mikroplastik. In Deutschland fällt der Anteil geringer aus als in vielen anderen Ländern. In Proben aus Hamburg und Dortmund schwammen rund zweieinhalb Partikel pro Liter.
Wie gefährlich ist Mikroplastik?
Mikroplastik im Trinkwasser gilt nach heutigem Forschungsstand als gesundheitlich wenig bedenklich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wertete 2019 die verfügbaren Studien aus und bewertet das gemessene Niveau als vertretbar, bei zugleich begrenzter Datenlage. Die eigentliche Sorge der Forschung gilt weniger den Partikeln selbst als ihrer Rolle als Transportmittel.
Durch ihre wasserabweisende (hydrophobe) Oberfläche binden Mikroplastikteilchen Umweltgifte wie Dioxin. Sie bieten Bakterien außerdem eine Fläche, auf der sich ein Biofilm bildet. Das Alfred-Wegener-Institut wies nach, dass Krankheitserreger Mikroplastik als Transportmittel nutzen. Über Tiere, die solche Partikel aufnehmen, gelangt Mikroplastik in die Nahrungskette und damit in unsere Lebensmittel.
Ein zweiter Weg führt über die Atemwege. Ein Teil der Partikel ähnelt in seiner Beschaffenheit Feinstaub. Deshalb prüft die Forschung mögliche Folgen für Lunge, Herz und Kreislauf. Dass die Teilchen den menschlichen Körper erreichen, belegt eine 2022 in der Fachzeitschrift Environment International veröffentlichte Untersuchung der Vrije Universiteit Amsterdam. Die Forscher fanden in 17 von 22 Blutproben Kunststoffpartikel, darunter PET (Polyethylenterephthalat) und Polyethylen. Die langfristigen Folgen bleiben offen. Fachleute verweisen auf das Vorsorgeprinzip und ziehen den Vergleich zu Asbest, dessen Gefährlichkeit erst spät erkannt wurde.
Für das eigene Trinkwasser lässt sich die Belastung schon heute senken. Ein Aktivkohleblockfilter hält Mikroplastik samt der anhaftenden Schadstoffe zuverlässig zurück, während die Forschung an abschließenden Antworten arbeitet.
Gibt es Grenzwerte für Mikroplastik im Trinkwasser?
Feste Grenzwerte für Mikroplastik im Trinkwasser stehen bislang noch aus. Die deutsche Trinkwasserverordnung regelt die Wasserqualität streng und behält Mikroplastik im Blick. Auf EU-Ebene brachte die Trinkwasserrichtlinie von Ende 2020 das Thema erstmals auf die Agenda. Mikroplastik steht seither auf einer Beobachtungsliste. Sie bereitet einheitliche Messmethoden und mögliche Vorgaben vor. Bis belastbare Werte vorliegen, bleibt die eigene Filterung der direkteste Weg, die Belastung zu senken.
Wie filtert man Mikroplastik aus dem Wasser?
Zum Entfernen von Mikroplastik eignen sich mehrere Filtermedien, darunter Aktivkohle, Keramik, Hohlfasermembran und Ultrafiltrationsmembran (UF-Membran). Entscheidend ist die Porengröße im Verhältnis zur Partikelgröße. Da Mikroplastik im Leitungswasser meist größer als ein Mikrometer ist, genügt für den Haushalt ein feinporiger Filter. Die beiden gängigsten Ansätze sind Umkehrosmose und Aktivkohle.
Umkehrosmose und Ionenaustausch
Umkehrosmosefilter arbeiten mit einer Porengröße von etwa 0,001 µm und halten selbst Nanoplastik zurück. Der Preis dafür ist hoch: Sie entfernen auch wertvolle Mineralien und Salze, weshalb das Wasser anschließend wieder aufbereitet werden muss. Für den Hausgebrauch ist dieser Aufwand meist unverhältnismäßig.
Aktivkohleblockfilter
Aktivkohle gibt es als loses Granulat und als festen Block. Für den Haushalt eignet sich der Aktivkohleblockfilter am besten. Sein dichtes Gefüge wirkt wie ein feines Sieb für Mikroplastik und bindet über die adsorptiven Eigenschaften der Kohle zusätzlich gelöste Schadstoffe. Wertvolle Mineralien bleiben dabei im Wasser.
Mineralwasser statt Leitungswasser?
Mineralwasser umgeht das Problem nur scheinbar. Wasser aus PET-Flaschen kann mehr Mikroplastik enthalten als Leitungswasser, weil sich aus den Flascheninnenwänden Partikel lösen. Hinzu kommen das Schleppen der Kisten, Pfand und eine schlechtere Klimabilanz. Gefiltertes Leitungswasser ist die günstigere und oft sauberere Alternative.
Mikroplastik filtern mit Alb Filter
Die Alb Filter Trinkwasserfilter setzen auf gesinterte Aktivkohle Made in Germany. Der Block hält Mikroplastik samt anhaftender Schadstoffe zurück und lässt Mineralien, Salze und Spurenelemente im Wasser. So kommt sauberes Trinkwasser direkt aus dem Hahn. Das spart Kistenschleppen und Verpackungsmüll.
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Häufige Fragen
Kann man Mikroplastik filtern?
Ja. Da Mikroplastik im Trinkwasser meist größer als ein Mikrometer ist, hält ein feinporiger Aktivkohleblockfilter die Partikel zuverlässig zurück.
Ist Mikroplastik schädlich?
Bei den heute gemessenen Mengen gilt Mikroplastik im Trinkwasser laut WHO als gesundheitlich unbedenklich, bei zugleich dünner Datenlage. Als kritisch gilt vor allem die Rolle von Mikroplastik als Träger von Umweltgiften und Keimen. Da Studien die Partikel inzwischen sogar im menschlichen Blut nachweisen, rät die Forschung zur Vorsorge.
Ist in Leitungswasser Mikroplastik?
Ja. Das Alfred-Wegener-Institut wies 2014 zwischen 86 und 714 Partikel pro Kubikmeter Wasser nach. Die Mengen schwanken je nach Region und Quelle.
Wie viel Mikroplastik ist im deutschen Trinkwasser?
Der Anteil fällt in Deutschland geringer aus als in vielen anderen Ländern. In Proben aus Hamburg und Dortmund fanden Untersucher rund zweieinhalb Partikel pro Liter. Bundesweite repräsentative Messungen stehen noch aus.
Wie kommt Mikroplastik ins Trinkwasser?
Über den Abrieb von Autoreifen, Textilfasern aus der Wäsche und Klärschlamm auf den Feldern gelangt Mikroplastik in den Wasserkreislauf und von dort ins Leitungswasser.
Welcher Filter entfernt Mikroplastik am besten?
Für den Haushalt ist ein Aktivkohleblockfilter die beste Wahl. Er hält Mikroplastik zurück, bindet Schadstoffe und bewahrt zugleich die Mineralien im Wasser.
Als Grundlage dienen die folgenden neutralen Fachquellen:
Quellen
- Umweltbundesamt: Definition, Vorkommen und Bewertung von Mikroplastik (https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-ist-mikroplastik)
- Weltgesundheitsorganisation (2019): Microplastics in drinking-water (https://www.who.int/publications/i/item/9789241516198)
- Leslie et al. (2022), Environment International: Discovery and quantification of plastic particle pollution in human blood (https://doi.org/10.1016/j.envint.2022.107199)
- Richtlinie (EU) 2020/2184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2020/2184/oj)