PER- UND POLYFLUORIERTE CHEMIKALIEN (PFC)

Kunststoffe im Trinkwasser: Können Wasserfilter vor perfluorierten Chemikalien schützen?

Wasser und auch Trinkwasser ist immer wieder durch Kunststoffe und Chemikalien belastet. Besonders gefürchtet sind dabei sogenannte perfluorierte Chemikalien wie PFC (Perfluorierte Tenside) und PTFE (Teflon).

Auch strenge Trinkwasserschutzverordnungen können die Kontamination des Wassers nicht verhindern. Wasserfilter mit Aktivkohle schaffen hier Abhilfe.

Doch was sind das eigentlich für gefährliche Chemikalien und wie funktioniert der Schutz durch Wasserfilter?

Aktivkohl gegen PFC Chemikalien im Wasser. Gesundheitsgefährdend.

PFC Chemikalien im Trinkwasser: Imprägnierte Kleidung, Feuerlöscherschaum oder beschichtete Pfannen verwenden die für den menschlichen Organismus schädliche PFC Verbindungen.

Aktivkohl gegen PFC Chemikalien im Wasser. Gesundheitsgefährdend.

PFC Chemikalien im Trinkwasser: Imprägnierte Kleidung, Feuerlöscherschaum oder beschichtete Pfannen verwenden die für den menschlichen Organismus schädliche PFC Verbindungen.

PFAS: Allgegenwärtig und ein gefährliches Umweltgift

Die Kunststoffe PFC und PTFE gehören zu den sogenannten PFAS (Per- und polyfluorierte Substanzen). Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen sind organische Verbindungen, die in der Natur nicht vorkommen und industriell hergestellt werden.

PFAS belasten die Staatshaushalte durch hohe Gesundheitskosten, und einige Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. PFCs werden intensiv in der Textilindustrie oder zum Beispiel als Feuerlöschschaum genutzt. Bei der Herstellung von Teflon wird Perfluoroctansäure, PFOA, verwendet, die schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Wegen des früheren Einsatzes von PFOA wurde der Teflonhersteller DuPont in den USA zu hohen Schadensersatzsummen verurteilt.

Ein großes Problem stellt die Langlebigkeit dieser Kunststoffe dar. Sie reichern sich in Mensch, Tier und Umwelt an. Aufgrund der Gefährlichkeit der Substanz PFOA darf diese in Folge eines Verfahrens der EU-Kommission ab Juli 2020 nicht mehr produziert werden. 

PFOA Kontamination: Der Teflon-Skandal

Teflon wurde lange Zeit bedenkenlos produziert. Erst ein spektakulärer Prozess in West Virginia, bei dem offenbart wurde, dass durch die in der Produktion eingesetzte Säure PFOA etliche Menschen und Tiere zu Schaden oder zu Tode kamen, läutete ein Umdenken ein. Dieser, auch als „amerikanisches Tschernobyl“ bekannte Umweltskandal, wurde sogar 2019 in dem Hollywoodspielfilm „Dark Waters“ aufgegriffen. Darin vertritt, der von Mark Ruffalo gespielte Anwalt Robert Bilott, über 3.500 Kläger und deckt Missstände im System der staatlichen Umweltkontrolle auf.

Der reale Kampf von Bilott wurde 2016 durch einen Artikel im New York Times Magazine bekannt. In Deutschland kommt der Film unter dem Titel „Vergiftete Wahrheit“ am 16. April 2020 ins Kino. Durch den jahrzehntelangen Einsatz findet sich PFOA praktisch überall auf der Welt. 


Dark waters, Vergiftete Wahrheit. Ein Film über den Trinkwasserskandal von DuPont

Bild: Filmstarts.de

PFOA-Skandale in Deutschland: Verunreinigung des Trinkwassers

Auch in Deutschland gab es PFOA-Skandale, die mit einer Verunreinigung des Trinkwassers einhergingen. Trotz strikter Vorgaben gibt es keine Garantie, dass Trinkwasser in Deutschland PFOA-frei ist. Ebenso gibt es Teflon im Wasser. Bekannt ist der PFOA-Skandal von Altötting1. Durch einen Chemiepark bei Gendorf gelangte PFOA bis 2008 in die Umwelt und ins Trinkwasser. Noch 2018 stellte ein Umweltgutachten die langfristige Überschreitung von Grenzwerten der Leitwerte der Trinkwasserkommission für das Trinkwasser fest2 Im Umfeld von Altötting wurde in der Gemeinde Haiming ein Aktivkohlefilter bereits 2009 in den Brunnen eingebaut, wodurch der PFOA-Wert gegen Null ging3.

Besorgniserregend ist ebenso der PFC-Skandal in Rastatt, Baden Württemberg. Eine durch Kompost verseuchte Ackerfläche führte 2012 zur Belastung des Trinkwassers. Dadurch wurde auch die Bundesregierung auf dieses Umweltproblem aufmerksam und schrieb Forschungsprojekte aus. Die Leitwerte für PFC im Trinkwasser wurden verschärft, wobei es sich jedoch um keine gesetzlichen Grenzwerte handelt. In den Wasserwerken wurden zum Beispiel bei den Energiewerken in Rastatt Aktivkohlefilter eingesetzt. Inzwischen soll das Wasser in Mittelbaden unbelastet sein4. Ob die Gefahr wirklich gebannt ist, darf nach einem anderen Bericht der Mittelbadischen Zeitung jedoch angezweifelt werden, denn in der Region befindet sich einer der größten „Grundwasserleiter Europas“. Durch die fortschreitende Verunreinigung mussten immer neue Brunnen gebohrt und neue Filteranlagen installiert werden5.

Trotz einer gesteigerten Aufmerksamkeit der Politik ist es daher auch in Zukunft nicht ausgeschlossen, dass perfluorierte Substanzen ihren Weg ins Trinkwasser finden. Der Grund ist die allgegenwärtige Verbreitung dieser Substanzen. Ebenso sind diese Tenside leicht wasserlöslich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat als Grenzwert für die lebenslange Aufnahme festgelegt, dass ein Eintrag von 1,5 µg/kg Körpergewicht für PFOA unbedenklich sei. Dieser Wert wurde in dem Fall in Baden Württemberg überschritten6.

Das Bundesumweltamt weist auch auf Fälle im Hochsauerlandkreis hin. Eine Studie der Ruhruniversität Bochum ergab zum Beispiel eine erhöhte Konzentration von PFC im Blut der Einwohner von Arnsberg. In einer Publikation schreibt das Bundesumweltamt dazu: „Diese Studie beweist, dass das Trinkwasser eine Quelle für die Aufnahme der perfluorierten Chemikalien ist und sie sich im menschlichen Organismus anreichern.“  

Richtwerte für die Belastung durch PFC

Bereits 2006 hat das Bundesumweltamt detailliert auf Grenzwerte und Überschreitungen der Grenzwerte von Perfluorierten Tensiden (PFT) und der Chemikalie PFOA in einer Stellungnahme der Trinkwasserkommission hingewiesen. In Bezug auf das PFT wird ein „lebenslang gesundheitlich duldbarer Trinkwasserleitwert von 0,3 µg/L PFC festgelegt.“
Jedoch muss der Grenzwert differenziert betrachtet werden, da man auch zwischen verschiedenen Personengruppen unterscheiden muss. Hierfür gibt es die Referenzwerte für PFOA der Kommission Human Biomonitoring des Umweltbundesamtes. Da es auch noch viele ungeklärte Fragen in Bezug auf die Gefährlichkeit dieser Chemikalien für den Menschen gibt, empfiehlt das Umweltbundesamt, „die PFCs weiter aufmerksam zu beobachten und zu verfolgen.“7 Ein besonderes Augenmerk wird sicher auf der krebsauslösenden Wirkung dieser Stoffe liegen, was eindeutig durch den DuPont-Skandal in den USA bewiesen ist. So war eine von Robert Bilotts Mandantinnen schwer an Nierenkrebs erkrankt. 

PFCs im Leitungswasser: Das Umweltbundesamt empfiehlt die Sachlage weiter aufmerksam zu beobachten

Wie kann ich mich vor PFC und PTFE im Wasser schützen?

Um Trinkwasser von chemischen Rückständen wie PFC und PTFE zu reinigen, wird ein Wasserfilter mit Aktivkohle benötigt. Man muss das Wasser filtern. Aktivkohlefilter werden auch bei der Grundwasserreinigung verwendet. Dabei werden die Schadstoffe von der Oberfläche der Aktivkohle absorbiert. Sogenannte Van-der-Waals-Kräfte sorgen für die Anreicherung der zu beseitigenden Stoffe an der „Grenzfläche zwischen fester und fluider Phase“.

Diese Methode hat sich in der Wissenschaft als das wirksamste Verfahren erwiesen, um solche organischen Verbindungen bis unter die Nachweisgrenze zu entfernen. Alternativ dazu kommen als weitere Methoden Ionenaustausch, Flockung oder Membranverfahren zum Einsatz8


Mit der Methode der Absorption oder auch Physisorption arbeitet auch der Wasserfilter im Haushalt. Nach einer Sättigung der Kohle müssen die Aktivkohlefilter regelmäßig gewechselt werden. Im Trinkwasserfilter der Firma Alb® Filter befindet sich zum Beispiel der Aktivkohlefilter in der Trinkwasserkartusche. Kunststoffe im Wasser lassen sich so gut mit einem Filtersystem im Haushalt entfernen.

Quellenangaben

  • Deutsche Welle: https://www.dw.com/de/der-pfoa-skandal-von-alt%C3%B6tting/av-47790294
  • Bayerischer Rundfunk: https://www.br.de/nachrichten/bayern/altoettinger-buergerinitiative-gegen-pfoa-belastung-wird-verein,RQO8Muj
  • Die Zeit: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-01/trinkwasser-chemikalien-bayern-altoetting-ueberland
  • Mittelbadische Zeitung: https://bnn.de/lokales/rastatt/der-pfc-skandal-in-mittelbaden-eine-dokumentation
  • Badische neuste Nachrichten: https://bnn.de/magazin/pfc-das-gift-in-uns/pfc-in-trinkwasser-und-lebensmitteln-wie-die-wichtigsten-ressourcen-der-natur-vergiftet-wurden
  • Deutsche Apotheker Zeitung: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-42-2018/wie-gefaehrlich-sind-pfc-im-trinkwasser
  • Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3812.pdf
  • Züblin Umwelttechnik: https://www.zueblin-umwelttechnik.com/databases/internet/_public/files30.nsf/SearchView/E850AD21D37660A8C12582BF002B6366/$File/Sonderdruck_HdA.pdf