Leitungswasser in den Niederlanden: ein Netz ohne Chlor
RatgeberWasserqualität

Leitungswasser in den Niederlanden: ein Netz ohne Chlor

Niederländisches Trinkwasser kommt ohne Desinfektionsmittel beim Verbraucher an. Amsterdam misst 7,8 °dH, Ouddorp 12,4. Was die Aufsicht 2024 beanstandet hat.

Die deutsche Trinkwasserverordnung verlangt in Paragraf 23 eine Desinfektionskapazität durch freies Chlor oder Chlordioxid, sobald die mikrobiologischen Anforderungen im Netz nur so einzuhalten sind. Die niederländische Aufsicht nennt in ihrem Bericht für 2024 die Lieferung ohne Chlor als Ziel. Du kannst das Leitungswasser in den Niederlanden trinken, und du schmeckst dabei kein Chlor. Der Ratgeber nennt Messwerte von 4 Versorgern für Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Zeeland und die Küste. Fast jede Beanstandung von 2024 lag hinter dem Wasserzähler.

Symbolbild zur Trinkwasserqualität in den Niederlanden: Das Leitungswasser wird ohne Chlor aufbereitet und ist geschmacklich chlorfrei.

Ein Netz, das ohne Desinfektionsmittel auskommt

Seit 2008 setzen die niederländischen Wasserwerke kein Chlor mehr ein. Das hält eine Arbeit von Smeets, Medema und van Dijk aus dem Jahr 2009 in Drinking Water Engineering and Science fest. Die Niederlande zählen demnach zu den wenigen Ländern, die bei der ersten Entkeimung und im Verteilnetz auf Chlor verzichten. Bevorzugt werden physikalische Verfahren: Sedimentation, Filtration und Desinfektion mit ultraviolettem Licht (UV). Ein Teil des Oberflächenwassers aus Rhein und Maas wird vorbehandelt, in die Dünen geleitet und dort versickert. An wenigen Standorten arbeitet Chlordioxid, dort bleibt der Rest im gelieferten Wasser unter der Nachweisgrenze.

Wie das aussieht, zeigt Waternet für Amsterdam. Der Versorger beschreibt seinen Weg vom Rohwasser zum Hahn in 9 Stufen. Auf Flockung mit Eisenchlorid folgen Sand- und Kiesfilter, dann rund 90 Tage Versickerung in den Wasserleitungsdünen. Danach kommen Sandfiltration, Ozon, Enthärtung, Aktivkohle, Langsamsandfilter und Laborkontrolle. Ein Chlorschritt fehlt darin.

Messbar wird der Unterschied bei den Trihalomethanen. Trihalomethane entstehen, sobald Chlor auf organisches Material trifft. Im Amsterdamer Werk Leiduin lag ihre Summe im ersten Quartal 2026 unter 0,02 Mikrogramm je Liter. Der Grenzwert liegt bei 50. Im portugiesischen Portimão wurden im selben Zeitraum 80 Mikrogramm je Liter gemessen, in Griechenland schreibt das Gesetz die Chlorung seit 1958 vor.

Gracht in Amsterdam, Niederlande

Was der Verzicht auf Chlor verlangt

Leitungswasser ohne Desinfektionsmittel im Netz muss selbst arm an Nährstoffen sein. Smeets und Kollegen beschreiben das Prinzip als Aushungern statt Abtöten. Die Aufsicht nennt es biologische Stabilität und im Bericht für 2024 den wichtigsten Erfolgsfaktor für eine Lieferung ohne Chlor. Der Preis steht in derselben Tabelle.

Aeromonas zeigt, ob sich Bakterien im Rohrnetz vermehren. 2024 lagen 140 von 8.385 Messungen über dem Wert, also 1,67 %. Das sind 52 % aller Beanstandungen bei den betriebstechnischen Parametern, der höchste Einzelwert der Gruppe. Gesundheitlich bewertet wird er nicht. Der Grenzwert liegt bei 1.000 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter, Leiduin meldete im Mittel 0, Scheveningen 1.

682.474 Messungen, 1.081 Abweichungen

Die Inspectie Leefomgeving en Transport (ILT), die niederländische Aufsichtsbehörde für Umwelt und Verkehr, prüft das Trinkwasser jährlich. Ihr Bericht für 2024 vom 4. November 2025 nennt 682.474 Messungen und 1.081 Abweichungen, also 0,16 %. Damit erfüllten 99,84 % der Messungen die Norm.

Wo die Abweichungen lagen, zählt mehr als die Quote. 88,71 % betrafen Indikatorparameter, also Stoffe ohne direkte Gesundheitswirkung. Escherichia coli wurde 61.442 Mal gemessen und 20 Mal beanstandet, Enterokokken 13.782 Mal bei 15 Beanstandungen. Bei den chemischen Parametern waren es 37 Fälle aus 93.295 Messungen. Die Grenzwerte stehen im Drinkwaterbesluit, das Rahmengesetz ist die Drinkwaterwet. Beide setzen die europäische Trinkwasserrichtlinie in nationales Recht um. Nach Zahlen des Verbands Vewin lieferten 10 Versorger 2024 zusammen 1,094 Milliarden Kubikmeter.

Blei: die Niederlande liegen fünf Jahre vor Deutschland

Am 21. Dezember 2022 senkten die Niederlande den Bleigrenzwert von 10 auf 5 Mikrogramm je Liter. Er gilt am Übergabepunkt und am Hahn. In Deutschland gelten nach der Trinkwasserverordnung bis zum 11. Januar 2028 weiterhin 10 Mikrogramm, danach 5. Die niederländische Regel greift also fünf Jahre früher.

2024 wurden 1.679 Bleimessungen im Verteilgebiet ausgewertet, 28 lagen über 5 Mikrogramm je Liter. Alle 28 betrafen die Hausinstallation der Abnehmer, oder die Wiederholungsprobe blieb unauffällig. Etwa ein Drittel entfiel auf Gebäude aus der Zeit vor 1960. Nickel und Kupfer laufen im selben Programm mit und blieben weit unter der Grenze. Cadzand meldet 2,4 Mikrogramm je Liter Nickel gegen 20, das Werk Weesperkarspel 1,5 Mikrogramm Kupfer gegen 2.000. Zwischen den Versorgern klaffen große Unterschiede. Dunea meldet 8,00 %, PWN (der Versorger für ganz Noord-Holland) 6,12 %, Waternet 3,88 % und Evides 0,67 %. Der Sektor liegt bei 1,67 %. Die Aufsicht weist darauf hin, dass sich 2024 wegen geänderter Stichprobenverfahren nicht mit früheren Jahren vergleichen lässt.

Die Spreizung folgt dem Baubestand, nicht der Wasserqualität im Netz. Bleirohre liegen laut Aufsicht vor allem in Wohnungen aus der Zeit vor 1960. Wo mehr Proben aus alten Vierteln stammen, steigt die Quote. Dunea versorgt Den Haag und Leiden, zwei Städte mit alten Innenstadtkernen.

Bei Legionellen endet die Zuständigkeit des Versorgers

Bei Legionellen ergaben 1.561 Messungen im Jahr 2024 genau 50 Überschreitungen, also 3,20 %. Das ist die höchste Quote aller vier Parametergruppen, die die Aufsicht ausweist. An der Zapfstelle fielen 49 Überschreitungen an. Alle 49 gingen auf die Hausinstallation der Abnehmer zurück.

Der fünfzigste Fall stammt aus dem Vitens-Werk Loosdrecht und ließ sich in der Wiederholungsprobe nicht bestätigen. Der Grenzwert steht in Artikel 36 des Drinkwaterbesluit und liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten je Liter. Unter den 956 Messungen in Hausinstallationen liegt die Quote bei 5,13 %.

Die niederländische Statistik zeigt dasselbe Muster wie die portugiesische und die kroatische. Das Netz bleibt sauber. Auffällig wird es hinter dem Wasserzähler.

Amsterdam trinkt aus Dünen und Poldern

Amsterdam bezieht sein Rohwasser aus dem Lekkanaal bei Nieuwegein und aus der Bethunepolder bei Maarssen. Das Kanalwasser versickert rund 90 Tage in den Dünen bei Vogelenzang, das Polderwasser steht im Schnitt 3 Monate in der Waterleidingplas bei Loenderveen. Zwei Werke bereiten es auf: Leiduin und Weesperkarspel.

Im ersten Quartal 2026 nahm Waternet für beide Werke 358 Proben auf Escherichia coli, alle ohne Befund, dazu 54 auf Enterokokken. Blei lag unter 0,2 Mikrogramm je Liter bei einem Grenzwert von 5. Die Härte betrug in Leiduin 7,4 bis 8,1 Grad deutscher Härte, im Mittel 7,8.

Die 7,8 Grad sind eine Entscheidung. 2015 senkte Waternet die Härte von 8,4 auf 7,8 und verstärkte die Enthärtung im Werk. Alle Kunden erhalten seither dasselbe Wasser, ob in Amsterdam, Amstelveen, Diemen oder Heemstede. Weniger Kalk heißt hier auch weniger Waschmittel.

Von Scheveningen bis Ouddorp schwankt die Härte

4 Zahlen zeigen, wie weit die Härte entlang der Küste auseinandergeht. Scheveningen misst 8,1 Grad deutscher Härte, Rotterdam 7,6, Kamperland und Domburg in Zeeland 8,9, Ouddorp 12,4. Die Skala von Dunea nennt alles unter 8 weich, bis 12 mittel und ab 12 ziemlich hart.

Dunea veröffentlicht für Scheveningen Quartalswerte, zuletzt für das zweite Quartal 2026. Chlorid liegt bei 60 Milligramm je Liter, Natrium bei 59,4, Blei unter 0,2 Mikrogramm je Liter. Escherichia coli, Enterokokken und Clostridium perfringens standen jeweils bei null.

Rotterdam bezieht sein Wasser aus dem Werk Kralingen. Im Mai 2026 maß Evides dort 9,5 Milligramm Nitrat je Liter bei einem Grenzwert von 50 und 1,9 Mikrogramm Trihalomethane. Evides weist für Rotterdam bei den Trihalomethanen 25 Mikrogramm als Norm aus, den Wert des Drinkwaterbesluit für Wasser mit Desinfektion. Für Ouddorp steht dort 1 Mikrogramm, der Signalwert ohne Desinfektion. Welche Norm ein Versorger ausweist, zeigt also, ob am Werk desinfiziert wird.

Kamperland und Domburg beziehen Grundwasser aus dem Werk Huijbergen, Cadzand Oberflächenwasser aus Braakman. Die Analysen für Amsterdam, Den Haag und Noord-Holland erledigt ein gemeinsames Institut, Het Waterlaboratorium. Evides beantwortet Abfragen nach Postleitzahl für 12 zurückliegende Monate, die drei übrigen Versorger veröffentlichen Quartalsberichte je Werk.

Texel und die nordholländische Küste

Texel, Zandvoort, Callantsoog und Den Helder versorgt PWN. Der Versorger nennt für ganz Noord-Holland 7,9 Grad deutscher Härte, Stand Dezember 2025. Hinter dem Mittel liegt allerdings eine Spanne.

Am Produktionsstandort Bergen schwankte die Härte im ersten Quartal 2026 über 13 Messungen zwischen 8,0 und 12,9 Grad, im Mittel 8,9. Chlorid lag zwischen 74 und 113 Milligramm je Liter, der Grenzwert bei 150 im Jahresmittel. Nitrat betrug 2,52 Milligramm je Liter, Chlorat und Chlorit blieben unter der Bestimmungsgrenze. 90 Proben auf Escherichia coli standen bei null.

Welches Werk Texel versorgt, veröffentlicht PWN allerdings nicht. Wer den Wert für eine bestimmte Adresse braucht, fragt beim Versorger nach.

Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Wert für PFAS

Für die Summe von 20 per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) gilt seit dem 12. Januar 2026 eine Norm von 100 Nanogramm je Liter. Die gemessenen Werte liegen deutlich darunter: Amsterdam meldet 11 bis 18 Nanogramm, der PWN-Standort Bergen 15 bis 17, Rotterdam 12.

Daneben steht ein strengerer Vorschlag. Das Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM), das niederländische Institut für Gesundheit und Umwelt, empfiehlt 4,4 Nanogramm je Liter in Perfluoroctansäure-Äquivalenten. Perfluoroctansäure-Äquivalente sind eine andere Rechengröße als die Summe der 20 Stoffe. Ein direkter Vergleich beider Zahlen führt in die Irre. Laut RIVM erfüllt Leitungswasser aus Grundwasser den Richtwert von 4,4 Nanogramm meist, Leitungswasser aus Oberflächenwasser meist nicht. Amsterdam, Den Haag und Rotterdam arbeiten mit Oberflächenwasser.

Zum Trinken des Leitungswassers rät das RIVM dennoch weiter. Die Menge PFAS, die allein über Leitungswasser aufgenommen wird, sei im Allgemeinen begrenzt, deshalb bleibe Leitungswasser zu trinken verantwortbar.

158 Kochempfehlungen in einem Jahr

2024 gaben niederländische Versorger 158 Kochempfehlungen aus. 5 davon betrafen Versorgungsgebiete mit mehr als 10.000 Anschlüssen. In den 5 Jahren davor gab es großflächige Kochempfehlungen zweimal 2021 und einmal 2023. Die Aufsicht nennt die Zahl für 2024 auffällig hoch.

Die 5 Fälle verteilen sich auf 3 Versorger: die Waterleiding Maatschappij Limburg (WML) mit einem, Vitens mit drei, Brabant Water mit einem. Alle betrafen Grundwasserwerke. Als Ursache vermuten die Versorger undichte Reinwasserbehälter, Vitens nennt zusätzlich hohe Grundwasserstände nach Starkregen. Eine Kochempfehlung bedeutet 3 Minuten kochen.

Reisende ziehen daraus eine Regel: Zu Beginn des Aufenthalts die Störungsmeldungen des Versorgers prüfen. Die Unternehmen veröffentlichen sie auf ihren eigenen Seiten.

Das Gesetz trennt Hotel und Ferienbungalow

Artikel 35 des Drinkwaterbesluit zählt auf, wer eine Legionella-Risikoanalyse führen muss. Auf der Liste stehen Gebäude mit Logiesfunktion, also Hotels, dazu Campingplätze, Yachthäfen und Saunen. Es folgen Badeanstalten mit Becken ab 2 Quadratmetern und Tankstellen mit öffentlichen Duschen. Alle unterliegen der Aufsicht der ILT.

Eine Gruppe ist ausdrücklich ausgenommen: recreatieverblijven, also Ferienhäuser und Bungalows. Ein Hotelzimmer in Amsterdam fällt damit unter das Legionella-Regime, ein einzeln vermietetes Ferienhaus auf Texel fällt heraus. Dort greift allein die allgemeine Sorgfaltspflicht. In der Türkei betrifft dieselbe Frage vor allem Hotelanlagen.

Der Unterschied zählt praktisch, weil der Bungalow zu den häufigsten Unterkünften für Reisen in die Niederlande gehört und zwischen zwei Buchungen oft tagelang leer steht.

Nach einer Woche Leerstand rät der Versorger zum Spülen

Stand eine Wohnung länger als 7 Tage leer, gibt Waternet eine Anweisung in 3 Schritten. Zuerst die Toilette durchspülen. Danach jeden warmen und kalten Hahn für mindestens 60 Sekunden öffnen, beginnend am Hahn nächst der Wasseruhr. Zuletzt an den Außenhahn denken.

Beim Duschkopf gilt eine eigene Regel. Ihn in einen Eimer mit gespültem Wasser halten und ein Tuch darüberlegen, bevor aufgedreht wird. So bleibt der Sprühnebel im Eimer. Das RIVM empfiehlt, selten genutzte Leitungen einmal pro Woche zu spülen.

Die Anweisung stammt vom Versorger, nicht von einem Filterhersteller. Sie erklärt, warum Bakterien in Hausinstallationen überhaupt wachsen.

387 Zapfstellen allein in Amsterdam

Kostenlos gibt es Leitungswasser in Amsterdam auch auf der Straße. Waternet führt seine öffentlichen Wasserstellen als offene Datei. Am 1. August 2026 enthielt sie 553 Punkte, davon 445 Trinkwasserzapfstellen und 108 Hundetränken. Auf Amsterdam entfallen 464 Punkte, davon 387 zum Trinken.

Die ersten öffentlichen Zapfstellen entstanden 1903, als Ersatz für den fehlenden Hausanschluss.

Der Versorger sagt Nein, und für sein Netz hat er recht

Waternet hat für die Frage nach dem Wasserfilter eine eigene Seite und beantwortet sie mit nein. Von 9 Stufen im Werk ist eine ein Aktivkohlefilter. Jan Peter van der Hoek, Professor für Trinkwassertechnologie in Delft und damals Innovationsdirektor bei Waternet, sagte im Fernsehformat Keuringsdienst van Waarde dasselbe. Ein Aktivkohlefilter sei genau das, was das Wasserwerk einsetze, nur kleiner. Dunea formuliert es milder: nötig sei ein Filter nicht, erlaubt schon, nur müsse er sauber bleiben, sonst wachsen darin Bakterien.

Beide haben für ihr Netz recht, und beide sprechen über das Netz. Die Zahlen der Aufsicht für 2024 beschreiben eine andere Zone. 49 von 50 Legionella-Befunden lagen in der Hausinstallation, und für alle 28 Bleifälle nennt die Aufsicht die Hausinstallation oder eine unauffällige Wiederholungsprobe. Bis dahin reicht die Aufbereitung im Werk ebenso wenig wie die Zuständigkeit des Versorgers.

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Ein Filter am Hahn ersetzt das Spülen nicht, gegen Legionellen helfen Temperatur und Durchfluss. Sinnvoll wird er dort, wo das Wasser einer fremden Hausinstallation getrunken wird. Im Ferienbungalow etwa, der leer stand, oder im Wohnmobil mit eigenem Tank. Wer einen einsetzt, hält die Wechselintervalle des Herstellers ein. Aktivkohle bindet nur so lange, wie das Material frei ist, und ein vernachlässigter Kannenfilter zeigt, wohin das sonst führt.

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Häufige Fragen

Kann man in Holland Leitungswasser trinken?

Ja. 2024 erfüllten 99,84 % von 682.474 Messungen die gesetzlichen Normen. Das Wasser erreicht den Hahn ohne Desinfektionsmittelrest.

Kann man das Leitungswasser in Amsterdam trinken?

Beide Amsterdamer Werke liefern trinkbares Wasser. Waternet nahm im ersten Quartal 2026 zusammen 358 Proben auf Escherichia coli, alle bei null. Blei blieb unter 0,2 Mikrogramm je Liter, der Grenzwert liegt bei 5.

Ist niederländisches Leitungswasser gechlort?

Nein. Seit 2008 verzichten die Wasserwerke auf Chlor, bei der Entkeimung wie im Netz. An wenigen Standorten läuft Chlordioxid, dort bleibt der Rest im verteilten Wasser unter der Nachweisgrenze.

Wie hart ist das Leitungswasser in den Niederlanden?

Leitungswasser in Amsterdam misst 7,8 Grad deutscher Härte, bei Dunea 7,9, bei PWN im Schnitt 7,9, in Zeeland 8,9 und in Ouddorp 12,4. Wo enthärtet wird, schreibt das Drinkwaterbesluit mindestens 1 Millimol je Liter vor, also 5,6 Grad.

Kann man das Leitungswasser auf Texel trinken?

Texel versorgt PWN. Am Standort Bergen standen im ersten Quartal 2026 alle 90 Proben auf Escherichia coli bei null.

Kann man in Zeeland Leitungswasser trinken?

Ja. In Kamperland und Domburg lag der Nitratwert im Mai 2026 bei 2,0 Milligramm je Liter, der Grenzwert bei 50.

Kann man in Rotterdam Leitungswasser trinken?

Im Mai 2026 maß Evides im Werk Kralingen 9,5 Milligramm Nitrat und 1,9 Mikrogramm Trihalomethane je Liter. Die Grenzwerte liegen bei 50 und 25.

Ist das Wasser im Hotel in Amsterdam trinkbar?

Hotels zählen nach Artikel 35 des Drinkwaterbesluit zu den Betrieben mit Pflicht zur Legionella-Risikoanalyse. Der Grenzwert liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten je Liter, die ILT beaufsichtigt ihn.

Braucht man in den Niederlanden einen Wasserfilter?

Für das Netzwasser lautet die Antwort der Versorger nein. 2024 lagen 49 von 50 Legionella-Befunden in Hausinstallationen, und bei allen 28 Bleifällen nennt die Aufsicht die Hausinstallation oder eine unauffällige Wiederholungsprobe.

Quellen

  1. Inspectie Leefomgeving en Transport: Rapportage Drinkwaterkwaliteit 2024, 4. November 2025
  2. Drinkwaterbesluit, Artikel 35 und 36 sowie Anlage A, über wetten.overheid.nl
  3. Trinkwasserverordnung, Paragraf 23 und Anlage 2
  4. Waternet: Quartalsberichte Leiduin und Weesperkarspel 1/2026, Waterhardheid, Waterfilters voor drinkwater, Open-Data-Datei der Wasserstellen
  5. Dunea: Quartalsbericht Scheveningen 2/2026 und Waterhardheid
  6. Evides: offene Messwertabfrage nach Postleitzahl, Mai 2026
  7. PWN: Quartalsbericht Bergen 1/2026 und Angabe zur Wasserhärte
  8. Smeets, Medema, van Dijk: The Dutch secret, Drinking Water Engineering and Science 2, 2009

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