Header-Bild zum Ratgeber Verkeimungsrisiko bei Kannenfiltern: Eine Freiburger Studie fand in 24 von 34 Tischwasserfiltern steigende Keimzahlen bis 6.000 je Milliliter.
RatgeberWasserfilter

Verkeimung bei Kannenfiltern: Zahlen und Belege

Eine Freiburger Untersuchung fand in 24 von 34 Filterkannen steigende Keimzahlen, bis zu 6.000 je Milliliter. Was die Zahlen für die Bauform bedeuten.

Ein Kannenfilter ist ein Tischwasserfilter mit loser Aktivkohle in einer Kartusche. Die Studien zur Verkeimung prüften bislang fast nur diese eine Bauart. Eine Arbeit aus Freiburg maß 1996 in 24 von 34 Filtern steigende Keimzahlen. Stiftung Warentest fand 2022 in allen 8 geprüften Kannen Keime. Der Text ordnet die Zahlen ein. Und er trennt die Bauart von der Technik.

Schematische Darstellung von Keimen und Bakterien, wie sie sich laut Studien in stehendem Wasser von Kannenfiltern vermehren können.

Die kurze Antwort in 5 Zahlen

Belastbare Keimmessungen an Haushaltsfiltern liegen bislang allein für Kannenfilter vor. Sie fallen deutlich aus. Fünf Zahlen aus 2 Untersuchungen umreißen die Lage.

ZahlBefundQuelle
24 von 34Haushaltsfilter mit steigender Keimzahl im FiltratFreiburg 1996
6.000 je mlhöchste gemessene Koloniezahl im gefilterten WasserFreiburg 1996
10.000-fachFaktor gegenüber dem Leitungswasser im ExtremfallFreiburg 1996
5 von 13fabrikneue Kartuschen mit Bakterien oder SchimmelpilzenFreiburg 1996
8 von 8geprüfte Filterkannen mit BakterienbefundStiftung Warentest 2022

Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für die Koloniezahl liegt bei 100 je Milliliter, gemessen am Wasserhahn. Die höchste Messung aus Freiburg erreicht das 60-fache.

Was die Freiburger Untersuchung 1996 maß

Die Uniklinik Freiburg prüfte 34 Filterkannen aus Haushalten und 6 weitere im Labor. Die Arbeit stammt aus dem Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene. Sie erschien 1996 im European Journal of Clinical Microbiology and Infectious Diseases, Band 15, Seite 233.

In 24 der 34 Filter aus Haushalten stieg die Keimzahl im Filtrat an. Der Spitzenwert lag bei 6.000 koloniebildenden Einheiten je Milliliter. Eine koloniebildende Einheit, kurz KBE, steht für einen vermehrungsfähigen Keim. Filtrat heißt das Wasser nach dem Durchlauf. In einzelnen Fällen erreichte die Koloniezahl darin das 10.000-fache des Leitungswassers.

Der Laborteil erklärt den Mechanismus. In 4 der 6 Laborfilter übertraf die Keimzahl im frischen Filtrat nach rund einer Woche Betrieb die des Leitungswassers. Die Autoren schließen daraus auf Wachstum oder Biofilmbildung im Filtermaterial selbst. Ein Biofilm ist eine Schleimschicht aus Mikroorganismen, die auf einer Oberfläche haftet.

Am Ende richtet sich die Arbeit an die Aufsicht. Behörden sollen sicherstellen, dass Filter für den Haushalt die Wasserqualität erhalten.

Was Stiftung Warentest 2022 in 8 Filterkannen fand

Stiftung Warentest prüfte 8 Filterkannen und schrieb am 22.06.2022 in Heft test 7/2022: „Überflüssig bis schädlich". Die Qualitätsurteile reichen von befriedigend bis mangelhaft. Befriedigend blieb damit das beste Urteil im Feld.

In allen 8 Kannen wies das Labor Bakterien nach. In einem Modell kamen Schimmelpilze hinzu. Damit bestätigt der Test 26 Jahre nach Freiburg denselben Grundbefund an neueren Geräten.

Frau gießt Wasser aus einem Tischkannenfilter ins Glas

Ein zweiter Befund betrifft die Kapazität. Das Testwasser hatte 16 bis 17 Grad deutscher Härte. Frische Kartuschen machten daraus zunächst weiches Wasser. Schon nach dem ersten Viertel der genannten Kapazität kam nur noch mittelhartes Wasser heraus. Die Enthärtung endet also lange vor der Anzeige.

Die Preise ordnen die Kosten ein. Ersatzkartuschen kosteten 2,65 bis 6,65 Euro je Stück. Für eine Kanne fielen rund 13 bis 22 Euro an.

Warum alle 4 Belege dieselbe Bauform prüfen

4 zentrale Belege zur Verkeimung beziehen sich sämtlich auf Tischgeräte mit loser Schüttung. Filter am Hahn oder unter der Spüle fehlen in allen 4 Quellen.

BelegArtStandGegenstand
Freiburger UntersuchungMessreihe199634 Haushaltskannen, 6 Laborkannen
Stiftung Warentest, test 7/2022Labortest22.06.20228 Filterkannen
VerbraucherService BayernEinordnung16.11.2023Tischwasserfilter
VerbraucherzentraleEinordnung22.04.2025Tischwasserfilter

Die gängige Aussage, Filter seien Keimschleudern, ruht damit auf einer schmalen Basis. Für die geprüfte Bauart trifft sie zu. Dort ist sie gut belegt. Auf andere Bauarten lässt sie sich aus den vorliegenden Quellen nur mit Vorsicht übertragen.

Genau hier liegt die Grenze der Aussage. Ein Schluss von der Kanne auf den Festeinbau bräuchte eigene Messreihen. Solche Reihen fehlen in der offenen Literatur bislang.

Die 2 Bedingungen der Verkeimung

Zwei Ursachen treiben das Wachstum in der Kanne: Wasser steht bei 20 bis 25 Grad, und das Granulat bietet eine große innere Fläche. Beide gehören zur Bauart und treten gemeinsam auf. Die erste betrifft den Behälter, die zweite die Kartusche. Ein Kannenfilter vereint beide. Er sammelt Wasser und nutzt dafür eine lose Schüttung.

Stagnationswasser bei Raumtemperatur

Gefiltertes Wasser sammelt sich in einem offenen Behälter. Dort steht es oft stundenlang. Stagnationswasser heißt Wasser, das lange im Behälter steht. Bei 20 bis 25 Grad Celsius vermehren sich Keime darin rasch. Im Sommer geht es noch schneller.

Leitungswasser führt schon am Hahn einzelne Keime mit. Solange es kühl bleibt und fließt, bleibt die Zahl niedrig. In der warmen Kanne entfallen beide Schutzfaktoren. Welche Erreger dabei zählen, ordnet der Text zu Bakterien im Leitungswasser ein.

Loses Granulat als Besiedlungsfläche

Die Kartusche enthält lose Aktivkohle. Je nach Modell kommen Kügelchen aus Kunstharz für den Ionenaustausch dazu. Der VerbraucherService Bayern hält fest: Ionenaustauscher und Aktivkohle mit ihren feinen Hohlräumen bieten einen optimalen Nährboden für Bakterien und Keime.

Die Fläche, die Stoffe durch Adsorption bindet, dient Keimen als Siedlungsraum. Adsorption meint die Anlagerung gelöster Stoffe an eine Fläche. Aufbau und Kennzahlen der Kohle erklärt der Text Was ist Aktivkohle.

Der Kühlschrank deckt 1 von 2 Ursachen ab

Mit Stand 22.04.2025 rät die Verbraucherzentrale, gefiltertes Wasser im Kühlschrank zu lagern. Der Rat greift bei der ersten Ursache. Die zweite bleibt bestehen.

Kälte bremst die Vermehrung im stehenden Wasser deutlich. Der Laborteil aus Freiburg prüfte jedoch beide Stufen. In 4 von 6 Filtern lag die Keimzahl im frischen Filtrat nach rund einer Woche über der des Leitungswassers. Gemessen wurde bei Raumtemperatur und bei 4 Grad.

Selbst bei 4 Grad stieg die Keimzahl also an. Kälte allein bremst den Anstieg damit lediglich. Wer die Kanne kühl stellt, verlangsamt die Vermehrung im Wasser. Der Biofilm in der Kartusche wächst weiter.

Daraus folgt eine Rangfolge. Der Kartuschenwechsel wirkt stärker als die Kälte. Beides zusammen wirkt am besten.

Fabrikneue Kartuschen im Test

Von 13 fabrikneuen Kartuschen trug das Material in 5 Fällen bereits Keime oder Schimmel. Der Befund stammt aus derselben Arbeit und betrifft ungeöffnete Ware.

Die Zahl rückt den Blick zurecht. Eine frische Kartusche startet demnach in rund 38 % der Fälle vorbesiedelt. Das Wachstum in der Kanne setzt dann höher an.

Für die Praxis folgt daraus zweierlei. Erstens lohnt das Spülen einer neuen Kartusche nach Vorgabe. Üblich sind ein bis zwei Füllungen. Zweitens taugt eine frische Kartusche als Beleg für Hygiene nur bedingt.

Jüngere Zahlen für den deutschen Markt fehlen bislang. Der Wert von 1996 bleibt damit die belastbarste Angabe zu neuer Ware.

Was die Wechselanzeige misst

Eine Wechselanzeige registriert die Zeit seit dem letzten Austausch, hält der VerbraucherService Bayern mit Stand 16.11.2023 fest. Über die Qualität des Wassers schweigt sie.

Der Unterschied zählt, weil beide Enden zeitlich auseinanderfallen. Die Enthärtung endet laut Stiftung Warentest schon nach dem ersten Viertel der Kapazität. Die Besiedlung folgt dagegen Temperatur und Standzeit. Sie hängt damit am Gebrauch.

Ein zweiter Effekt kommt hinzu. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu mit Stand 17.11.2025: Filter können unbemerkt durchbrechen und zurückgehaltene Stoffe in konzentrierter Form ins Wasser zurückleiten. Fachlich heißt das Durchbruch.

Wechselintervalle und Bauarten im Vergleich zeigt der Text zu Wasserfilter-Kartuschen.

Silber im Granulat wandert mit

Manche Hersteller mischen dem Granulat Silber bei, um das Keimwachstum zu bremsen. Der VerbraucherService Bayern nennt die Kehrseite: Das Silber wird mit der Zeit ausgewaschen, landet damit im Trinkwasser, und die Keime vermehren sich weiter.

Zwei Folgen ergeben sich daraus. Die Wirkung gegen Keime lässt über die Standzeit nach. Das Granulat bietet weiter Fläche. Und der gelöste Anteil erreicht das Glas.

Eine Angabe der Behörden zur Höhe der Silberabgabe in Milligramm je Liter fehlt derzeit. Der Text nennt deshalb allein den Mechanismus.

Wie Silber im Wassertank von Wohnmobil und Boot wirkt, zeigt der Text zu Silberionen im Wassertank.

Was ein Kannenfilter zurückhält

Ein Kannenfilter senkt die Härte, bindet Chlor und bessert den Geschmack. Bei 5 weiteren Stoffgruppen bleibt der Rückhalt gering, darunter Metalle, Hormone und Keime.

StoffgruppeLeistung des Kannenfilters
Kalk und WasserhärteReduktion per Ionenaustausch
ChlorReduktion per Adsorption
Geschmacks- und GeruchsstoffeBindung am Aktivkohlegranulat
Bakterien und Keimegeringer Rückhalt
Blei, Kupfer, Nickelgeringer Rückhalt
Hormone und Arzneimittelrückständegeringer Rückhalt
Pestizide und Nitratgeringer Rückhalt
Mikroplastikgeringer Rückhalt

Der Zweck der Bauart liegt im Geschmack, etwa für Tee und Kaffee. Wer gegen Schwermetalle im Leitungswasser oder Mikroplastik im Trinkwasser vorgeht, braucht ein anderes Verfahren.

Wo die Trinkwasserverordnung endet

Die Trinkwasserverordnung, kurz TrinkwV, gilt bis zur Entnahmestelle. Ab dem Wasserhahn liegt die Hygiene beim Nutzer. Der Vorgang in der Kanne liegt damit außerhalb ihres Geltungsbereichs.

Bis zum Hahn gelten strenge Werte, für die der Wasserversorger einsteht. Anlage 1 Teil I setzt für Escherichia coli und intestinale Enterokokken je 0 Kolonien in 100 Millilitern. Coliforme Bakterien führt Anlage 3 Teil I mit demselben Wert als Indikatorparameter. Für die Koloniezahl bei 22 und bei 36 Grad gilt je ein Grenzwert von 100 je Milliliter.

Der Bundesbericht über die Trinkwasserqualität vom Februar 2025 misst die Einhaltung für 2020 bis 2022. Escherichia coli hielten die Versorger in 99,97 % der Untersuchungen ein, intestinale Enterokokken in 99,89 %.

Kanne und Kartusche zählen rechtlich zu den Bedarfsgegenständen. Für sie greift das Lebensmittelrecht. Das Wasser, das in die Kanne läuft, erfüllt die Verordnung. Für das Wasser, das Stunden später ins Glas geht, fehlt jede Prüfpflicht.

Verkeimungsrisiko der 6 Verfahren

Sechs gängige Verfahren trennen sich im Keimrisiko deutlich. Zwei Punkte geben den Ausschlag: Speichert das Gerät Wasser, und steht es zwischen den Entnahmen still.

VerfahrenVerkeimungsrisikoUrsache
KannenfilterhochStagnationswasser bei Raumtemperatur, lose Schüttung
Ionenaustauschererhöht bei StillstandKunstharz als Besiedlungsfläche
Umkehrosmoseerhöht an der MembranSchwebstoffe sammeln sich auf der Membran
DestillationgeringBakterien bleiben beim Verdampfen im Rückstand
Aktivkohleblockfiltergeringfester Block, Durchfluss statt Speicher
UltrafiltrationgeringMembran hält Keime mechanisch zurück

Ein Ionenaustauscher tauscht gelöste Ionen gegen andere, etwa Calcium gegen Natrium. Sein Medium besteht meist aus Kunstharz. Der dient Keimen als Fläche.

Bei der Umkehrosmose presst Druck das Wasser durch eine feine Membran. Schwebstoffe sammeln sich davor. Dort entsteht eine Zone, in der Keime wachsen. Alle Verfahren zeigt der Text zu Filtrationstechnologien und Filterverfahren.

Was Aktivkohleblockfilter anders machen

Ein Aktivkohleblockfilter besteht aus gesinterter Kohle in einem festen Block und wirkt über 3 Wege. Gesintert heißt: unter Hitze und Druck verbunden. Gegenüber der losen Schüttung ändern sich 2 Dinge. Der Block führt im Betrieb nur sein eigenes Volumen. Und jede Entnahme spült ihn durch. Die 3 Wege im Einzelnen:

  1. Mechanisch: Die feinen Kanäle halten größere Teilchen zurück, etwa Sand, Rost und Asbest.
  2. Katalytisch: In den Poren wandelt der Block einzelne Stoffe um, darunter Chlor.
  3. Adsorptiv: An der inneren Fläche lagern sich Stoffe an, darunter Blei, Kupfer und Reste von Hormonen. Wirksam sind dabei Van-der-Waals-Kräfte.

Damit deckt ein Blockfilter ein deutlich breiteres Feld ab als eine lose Schüttung, darunter Hormone, Pestizide, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik, Asbest, Metalle und Chlor. Wie weit er Keime hält, hängt von der Porengröße ab. Sicheren Rückhalt liefert erst eine Membran. Die Bauarten im Detail zeigt der Text Aktivkohlefilter für Wasser.

Alb Filter Kartusche Active mit Aktivkohle-Füllung: adsorbiert laut Hersteller Chlor, Pestizide und Arzneimittelrückstände bei 10 Mikrometer Porengröße.

Welche Bauform Keime mechanisch sperrt

Ultrafiltration hält Keime mechanisch zurück. Ihre Membranen haben Poren von 2 bis 100 Nanometer, Bakterien messen 200 Nanometer und mehr. Adsorption allein reicht dafür nur zum Teil. Sie bindet Stoffe, statt sie zu sperren.

Beides zusammen schließt die Lücke. Die Aktivkohle bindet Chlor, Metalle und organische Reste. Die Membran stoppt die Keime. Genau so arbeitet die Kartusche Nano von Alb Filter. Nach Angabe des Herstellers hat ihre Hohlfasermembran eine Porenweite von 0,1 Mikrometer und hält 99,999 % der Keime zurück.

Als Untertischfilter oder direkt am Hahn sitzt die Kartusche fest in der Leitung. Zwischen den Entnahmen führt sie nur ihr eigenes Volumen. Damit entfallen beide Ursachen, die den Kannenfilter kennzeichnen.

Für den Alltag genügt eine Aktivkohle-Kartusche wie Active Plus. Geht es um Legionellen, führt der Text zum Legionellenfilter weiter. Den Überblick über alle Bauarten gibt die Seite zu den Trinkwasserfiltern.

Stiftung Warentest und Alb Filter

Bis heute fehlt ein Testurteil der Stiftung Warentest zu Alb Filter. Der Test aus Heft test 7/2022 umfasste 8 Filterkannen. Fest installierte Filter am Wasserhahn oder unter der Spüle blieben dort außen vor.

Zu Filter- und Enthärtungsanlagen im Haus veröffentlichte die Stiftung am 26.02.2009 eine allgemeine Einschätzung. Ein Gerätetest zu fest installierten Trinkwasserfiltern steht damit bislang aus.

Maßgeblich bleibt damit die Prüfgrundlage der Herstellerangaben. Wer vergleicht, achtet auf Prüfnorm, Prüfinstitut und Prüfdatum.

Wer die Qualität im eigenen Haushalt kennen will, nimmt eine Probe am Hahn. Das Vorgehen zeigt der Text Wie misst man die Wasserqualität.

Frau nutzt den Alb Filter Duo Wasserhahnfilter in Schwarz am Küchenhahn

6 Schritte für den hygienischen Betrieb

Wer bei der Filterkanne bleibt, senkt das Risiko mit 6 Schritten. Die Reihenfolge folgt der Wirkung. Der stärkste Schritt steht oben.

  1. Kartusche früher wechseln als angezeigt. Die Enthärtung endet nach dem ersten Viertel der Kapazität. Die Anzeige zählt lediglich die Zeit.
  2. Kanne täglich leeren. Gefiltertes Wasser gehört am Tag der Filterung ins Glas.
  3. Gefiltertes Wasser kühl lagern. Bei 4 bis 7 Grad im Kühlschrank wächst die Keimzahl deutlich langsamer.
  4. Kanne heiß ausspülen und offen trocknen lassen. Auf trockener Fläche wachsen Keime schlecht.
  5. Neue Kartusche einspülen. Ein bis zwei Füllungen verwerfen, wie vom Hersteller genannt.
  6. Vor dem Urlaub Kartusche entnehmen. Nach der Rückkehr gehört eine frische hinein.

Fest verbaute Kartuschen folgen einer anderen Logik. Alb Filter nennt für die eigenen einen Wechsel nach spätestens 4 Monaten. Den Ausschlag gibt dort die Leistung. Sie nimmt über die Laufzeit ab.

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Häufige Fragen

Verkeimen Kannenfilter wirklich?

Ja. Eine Freiburger Untersuchung von 1996 fand in 24 von 34 Haushaltsfiltern steigende Keimzahlen im Filtrat, in der Spitze 6.000 koloniebildende Einheiten je Milliliter. Stiftung Warentest wies 2022 in allen 8 geprüften Filterkannen Bakterien nach, in einem Modell zusätzlich Schimmelpilze.

Filtert ein Kannenfilter Bakterien und Keime?

Der Rückhalt bleibt gering. Loses Granulat bindet Geschmacksstoffe und Chlor. Es senkt die Härte. Für den Rückhalt von Bakterien braucht es eine Membran, etwa aus der Ultrafiltration mit Poren von 2 bis 100 Nanometer.

Wie oft muss man die Kartusche eines Kannenfilters wechseln?

Hersteller nennen je nach Modell rund 100 bis 150 Liter oder 4 Wochen. Stiftung Warentest maß 2022 einen Abfall der Enthärtung schon nach dem ersten Viertel. Ein früherer Wechsel liegt damit näher an der echten Leistung.

Hilft es, die Filterkanne in den Kühlschrank zu stellen?

Teilweise. Kühlung bremst die Vermehrung im stehenden Wasser. Der Freiburger Laborteil maß den Anstieg im Filtrat allerdings bei Raumtemperatur ebenso wie bei 4 Grad Celsius. Die Autoren führen das auf Wachstum im Filtermaterial zurück.

Sind fabrikneue Filterkartuschen keimfrei?

Von 13 fabrikneuen Kartuschen trug das Material in 5 Fällen Bakterien oder Schimmelpilze. Das sind rund 38 %. Ein Einspülen vor der ersten Nutzung lohnt deshalb.

Was bringt Silber in der Filterkartusche?

Silberverbindungen hemmen das Keimwachstum im Granulat. Der VerbraucherService Bayern weist darauf hin, dass Silber mit der Zeit ausgewaschen wird, ins Trinkwasser gelangt und die Keimvermehrung danach weitergeht.

Verkeimen fest installierte Wasserfilter genauso?

Die vier zentralen Belege beziehen sich ausschließlich auf Tischgeräte. Ein Blockfilter am Hahn besteht aus festem Material. Jede Entnahme spült ihn durch. Eigene Messreihen für den Festeinbau fehlen in der offenen Literatur.

Was sagt die Trinkwasserverordnung zu Keimen in der Filterkanne?

Die Verordnung gilt bis zur Entnahmestelle. Am Wasserhahn erlaubt Anlage 1 Teil I je 0 Kolonien Escherichia coli und intestinale Enterokokken in 100 Millilitern. Für die Kanne dahinter greifen die Regeln für Bedarfsgegenstände aus dem Lebensmittelrecht.

Wie hoch ist der Grenzwert für die Koloniezahl im Trinkwasser?

Anlage 3 der Trinkwasserverordnung setzt für die Koloniezahl bei 22 und bei 36 Grad Celsius jeweils 100 je Milliliter. Die höchste Freiburger Messung von 6.000 je Milliliter liegt um das 60-fache darüber.

Wurde Alb Filter von Stiftung Warentest getestet?

Ein Testurteil der Stiftung Warentest zu Alb Filter steht bislang aus. Der Test aus Heft test 7/2022 umfasste 8 Filterkannen, fest installierte Filter blieben dort außen vor.

Filtert ein Kannenfilter Mikroplastik oder Schwermetalle?

Der Rückhalt bleibt in beiden Fällen gering. Blei, Kupfer, Nickel, Hormone, Pestizide, Nitrat und Mikroplastik hält ein Blockfilter deutlich sicherer zurück. Er wirkt dabei mechanisch und adsorptiv.

Wie erkennt man eine verkeimte Filterkanne?

Sichere Hinweise gibt allein eine Laborprobe. Keime bleiben in den fraglichen Mengen unsichtbar und geschmacklich unauffällig. Ein Belag am Boden der Kanne, ein muffiger Geruch oder eine Trübung sprechen für eine fortgeschrittene Besiedlung.

Quellen

  1. Stiftung Warentest, Wasserfilter im Test, Heft test 7/2022 vom 22.06.2022, mit dem Bakterienbefund und den Kapazitätsmessungen
  2. Wasserfilter aus hygienischer Sicht, Verbraucherzentrale — Stand 22.04.2025, zur Kühlschranklagerung
  3. Wasserbehandlung im Haushalt, Verbraucherzentrale — Stand 17.11.2025, zum Durchbruch von Filtern und zum Partikelfilter am Hausanschluss
  4. Tischwasserfilter, VerbraucherService Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund — Stand 16.11.2023, zu Nährboden, Silber und Wechselanzeige
  5. Trinkwasserverordnung, Volltext — vom 20.06.2023, Anlage 1 Teil I und Anlage 3 Teil I
  6. Bericht über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch 2020 bis 2022 — Bundesministerium für Gesundheit und Umweltbundesamt, Februar 2025

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