Wasser sparen im Wohnmobil: was jede Anwendung an Litern kostet
Ein Duschkopf liefert rund 20 Liter pro Minute, ein Wohnmobilboiler fasst 10. Welche Zahlen den Verbrauch an Bord bestimmen und wo Sparen aufhört.
Der Wasserverbrauch an Bord entscheidet sich an drei Zahlen: der Durchflussmenge der Armatur, der Dauer der Nutzung und dem Inhalt des Boilers. Ein Duschkopf im Haushalt liefert rund 20 Liter pro Minute, ein Warmwasserboiler im Wohnmobil fasst meist 10 Liter. Wer Durchfluss, Dauer und Boilerinhalt kennt, rechnet statt zu schätzen. Der folgende Ratgeber legt die Zahlen offen, benennt ihre Quellen und zeigt, wo Sparen an eine hygienische Grenze stößt.
Wie viel Wasser ein Duschgang im Wohnmobil kostet
Ein Duschgang von drei Minuten kostet 10 bis 24 Liter, wenn die Armatur 3,5 bis 8 Liter pro Minute liefert. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für einen gewöhnlichen Duschkopf rund 20 Liter pro Minute und für ein Vollbad circa 140 Liter. Mit einem Durchflussmengenbegrenzer oder Luftsprudler sinkt der Wert auf 8 bis 10 Liter pro Minute.
Beide Angaben gelten für die Hausinstallation. An Bord kommt eine zweite Grenze hinzu, die im Haushalt selten auffällt: die Menge des warmen Wassers. Truma nennt für die Heizung CombiNeo 4 E dauerhaftes Warmwasser bei einem Durchfluss von 3,5 Litern pro Minute. Der Wert gilt bei einem Temperaturunterschied von höchstens 25 Grad, im Beispiel des Herstellers von 13 Grad Tankwasser auf 38 Grad Duschtemperatur. Als Rechengröße für eine sparsame Wohnmobildusche taugen 3,5 Liter pro Minute. Die CombiNeo selbst kommt erst Ende 2026 in den Handel.
| Wasserstelle | Durchfluss (l/min) | Quelle |
|---|---|---|
| Duschkopf ohne Begrenzer | rund 20 | Verbraucherzentrale |
| Duschkopf mit Begrenzer | 8 bis 10 | Verbraucherzentrale |
| Duschkopf, EU-Umweltzeichen | höchstens 8,0 | Beschluss 2013/250/EU |
| Küchen- oder Waschbeckenarmatur, EU-Umweltzeichen | 6,0 | Beschluss 2013/250/EU |
| Truma CombiNeo 4 E, dauerhaftes Warmwasser | 3,5 | Truma |
| Alb Filter Fusion, je nach Eingangsdruck | 5,6 bis 8,4 | Alb Filter |
Drei Minuten Duschen bei 8 Litern pro Minute ergeben 24 Liter. Bei 3,5 Litern pro Minute sind es 10,5 Liter. Zwischen beiden Werten liegen 13,5 Liter, und über sie entscheidet die Armatur, nicht die Duschdauer.
Der Boiler begrenzt die Dusche, nicht der Tank
Ein Truma Boiler Gas in der Bauform mit flexiblem Wandkamin (BGF) fasst 10 Liter. Von 15 auf 70 Grad braucht der Boiler 31 Minuten. Die Heizung CombiNeo 4 E führt 5,6 Liter bei einem Nenndruck von 2 bar mit. Im Elektrobetrieb braucht die CombiNeo 12 Minuten, bis das Wasser Duschtemperatur erreicht. Nach Herstellerangabe kommt die Baureihe Ende 2026 in den Fachhandel.
Damit steht die eigentliche Begrenzung fest. Der Frischwassertank fasst ein Vielfaches davon, warm ist aber immer nur der Boilerinhalt. Wer duscht, mischt Warmwasser mit Kaltwasser, weshalb 10 Liter Vorrat für mehr als 10 Liter Duschwasser reichen. Ist der Vorrat aufgebraucht, entscheidet die Aufheizzeit über die nächste Dusche. Je nach Gerät und Betriebsart sind das Minuten bis eine halbe Stunde.
Praktisch heißt das: Die Duschdauer bemisst sich am Warmwasservorrat, nicht am Tankstand. Zwei Personen hintereinander unter derselben Boilerfüllung sind der Normalfall, drei die Ausnahme. Truma rechnet im Beispiel mit 13 Grad Tankwasser. Wie stark Leitungswasser in der Temperatur schwankt, zeigen Messreihen aus deutschen Hausinstallationen mit Werten zwischen 8,5 und 33,3 Grad.
Wohin das Wasser im Haushalt fließt
Im Haushalt verwendet jede Person in Deutschland täglich 126 Liter Trinkwasser. Der Wert stammt vom Umweltbundesamt (UBA) und bezieht sich auf 2022, einschließlich des Anteils von Kleingewerbe. Die Zeitreihe des Statistischen Bundesamts zeigt einen Rückgang von 144 Litern im Jahr 1991 auf 121 Liter im Jahr 2010. Danach stieg der Wert wieder auf 126 Liter, was das UBA mit heißen und trockenen Sommermonaten begründet.
Die Aufteilung nach Verwendung stammt aus der Wasserstatistik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2023. Sie liegt beim UBA als Datensatz zum Diagramm vor und bezieht sich auf 121 Liter.
| Verwendung | Anteil |
|---|---|
| Körperpflege einschließlich Baden und Duschen | 36 % |
| Toilettenspülung | 27 % |
| Wäschewaschen | 12 % |
| Anteil Kleingewerbe | 9 % |
| Geschirrspülen | 6 % |
| Raumreinigung, Autopflege, Garten | 6 % |
| Essen und Trinken | 4 % |
Zwei Posten tragen zusammen 63 %: Körperpflege und Toilettenspülung. Beide lassen sich im Wohnmobil am leichtesten verändern, weil die Dusche kürzer ausfällt und die Toilette ohne Spülwasser auskommen kann. Zum Trinken und Kochen fließen dagegen nur 4 % des Haushaltswassers, rund 5 Liter am Tag. Wie viel davon auf das reine Trinken entfällt, behandelt der Beitrag zur empfohlenen Trinkmenge.
Warum der Wassertank nicht größer wird
Wasser wiegt 1 Kilogramm je Liter, und das Gewicht des Tankinhalts konkurriert mit der zulässigen Gesamtmasse. Die Verordnung (EU) Nr. 1230/2012 schreibt in Anhang I Nummer 2.6.4.1.2 eine Mindest-Nutzlast vor. Die Formel lautet: Nutzlast in Kilogramm ist mindestens 10 mal (n + L). Dabei steht n für die Zahl der Fahrgäste einschließlich Fahrer und L für die Gesamtlänge in Metern. Für Wohnanhänger gilt dieselbe Formel nach Teil C Nummer 2.3.4.1, dort mit der Zahl der Schlafplätze.
| Fahrzeug | Rechnung | Mindest-Nutzlast |
|---|---|---|
| 6 m, 2 Sitzplätze | 10 x (2 + 6) | 80 kg |
| 7 m, 4 Sitzplätze | 10 x (4 + 7) | 110 kg |
| 7,5 m, 6 Sitzplätze | 10 x (6 + 7,5) | 135 kg |
Ein voller 120-Liter-Tank wiegt 120 Kilogramm. Damit beansprucht allein das Wasser mehr, als die Verordnung dem Hersteller eines 7 Meter langen Fahrzeugs mit vier Sitzplätzen als Mindest-Nutzlast abverlangt. Ob Frischwasser der Masse in fahrbereitem Zustand zugerechnet wird, lässt die Verordnung offen: Artikel 2 Nummer 4 Buchstabe a nennt nur Kraftstoff und Flüssigkeiten. Als Faustregel für die Reiseplanung taugt die Rechnung trotzdem, denn jeder Liter im Tank fehlt beim Gepäck.
Der Abwassertank ist die zweite Grenze
Grauwasser aus Dusche und Spüle ist Abwasser im Sinne des Gesetzes. § 54 Absatz 1 Nummer 1 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) definiert Abwasser als das durch häuslichen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser. § 55 Absatz 1 verlangt, Abwasser so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit unbeeinträchtigt bleibt. § 56 Satz 1 weist die Beseitigung den nach Landesrecht verpflichteten Körperschaften zu.
Aus Definition, Beseitigungsgrundsatz und Zuständigkeit folgt eine praktische Konsequenz. Grauwasser gehört an die Entsorgungsstation, also in eine dafür vorgesehene Einleitstelle. Wer 60 Liter Frischwasser verbraucht, muss den Großteil davon wieder loswerden. Abzuziehen sind Trinkwasser, Kochwasser und der Anteil, der in den Fäkalientank läuft.
Fasst der Abwassertank weniger als der Frischwassertank, entscheidet er über die Reichweite. Jeder eingesparte Liter wirkt dann doppelt: einmal am Zulauf, einmal am Ablauf. Ein Blick auf beide Tankgrößen im Fahrzeugschein klärt, welcher der beiden zuerst voll oder leer ist.
Duschen: vier Stellschrauben mit unterschiedlicher Wirkung
Beim Duschen wirken vier Maßnahmen, deren Größenordnung sich deutlich unterscheidet. Sortiert nach Wirkung pro Duschgang:
- Wasser beim Einseifen abstellen. Bei 8 Litern pro Minute und einer Minute Einseifzeit sind das 8 Liter.
- Durchflussbegrenzer oder Sparduschkopf. Von rund 20 auf 8 bis 10 Liter pro Minute halbiert sich der Verbrauch laut Verbraucherzentrale mindestens.
- Duschdauer verkürzen. Jede eingesparte Minute kostet so viel, wie die Armatur pro Minute liefert.
- Sanitärgebäude des Campingplatzes nutzen. Der Verbrauch verlagert sich vollständig aus dem eigenen Tank.
Ein Hinweis der Verbraucherzentrale gilt auch an Bord: Für drucklose Speicher und Durchlauferhitzer sind Sparbrausen ungeeignet, weil dort der normale Fließdruck erhalten bleiben muss. Auch die Alb Filter Bedienungsanleitung warnt vor drucklosen Boilern. Vor einer feinen Filterkartusche baut sich Druck auf, der sich nur langsam abbaut. Welche Reihenfolge beim Einbau der Filter gilt, steht in der Installationsanleitung.
Armaturen: was ein Strahlregler leistet
Beim Zähneputzen und Händewaschen laufen laut Verbraucherzentrale 15 bis 20 Liter ungenutzt in den Abfluss, wenn der Hahn offen bleibt. Ein Strahlregler senkt den Wasserbedarf am Hahn, indem er Luft in den Wasserstrahl mischt und die Durchflussmenge bei gleichem Strahlbild reduziert. Das EU-Umweltzeichen für Sanitärarmaturen setzt in Beschluss 2013/250/EU klare Grenzen. Küchen- und Waschbeckenarmaturen dürfen 6,0 Liter pro Minute liefern, mit Durchflussbegrenzer 8,0 Liter. Die Spareinstellung des Begrenzers muss auf höchstens 6 Liter einstellbar sein. Duschköpfe und Duschsysteme liegen bei 8,0 Litern.
Geprüft wird nach dem Beschluss bei 1,5, 3,0 und 4,5 bar, wobei der Mittelwert der drei Messungen zählt. Nach Artikel 4 galten die Kriterien vier Jahre ab dem 21. Mai 2013. Als Größenordnung bleiben die Werte belastbar, weil die Verbraucherzentrale mit 8 bis 10 Litern pro Minute in derselben Spanne liegt.
Für das Wohnmobil ist der Prüfdruck die entscheidende Einschränkung. Alb Filter legt für seine Gehäuse im Reisemobil 2 bis 3 bar zugrunde, die Prüfung nach dem EU-Beschluss läuft dagegen bis 4,5 bar. Arbeitet die Druckwasserpumpe an Bord im unteren Bereich, liegt der tatsächliche Durchfluss unter dem Katalogwert. Was ein Strahlregler technisch tut, erklärt der Ratgeber zu Perlator, Strahlregler und Luftsprudler.
Toilette: Spülwasser oder Trockentrennung
Die Toilettenspülung verbraucht im Haushalt 27 % des Trinkwassers und ist damit der zweitgrößte Posten. Die Verbraucherzentrale nennt für alte Spülkästen 9 Liter je Spülgang. Zwei-Mengen-Spüler oder eine Spül-Stopp-Taste kommen mit 3 bis 6 Litern aus.
An Bord verschiebt sich die Rechnung, weil neben dem Frischwassertank auch der Fäkalientank begrenzt ist. Thetford gibt für seine Kassettentoiletten 17,5 bis 19,3 Liter Fassungsvermögen an, das Spülwasser und Fäkalien gemeinsam aufnimmt. Modelle ohne Anschluss an den zentralen Wassertank führen einen eigenen Spülwassertank mit 8 bis 15 Litern. Jeder Spülgang verkürzt damit zwei Reichweiten gleichzeitig.
Eine Trockentrenntoilette trennt Urin und Feststoffe und kommt ohne Spülwasser aus. Der Wasserverbrauch für die Toilette sinkt damit auf null. Wie viel das ausmacht, hängt an der Spülmenge des ersetzten Geräts. Bei vier Personen, drei Spülgängen täglich und 3 Litern je Spülgang sind es 36 Liter am Tag. Die 3 Liter sind der untere Wert, den die Verbraucherzentrale für Zwei-Mengen-Spüler im Haushalt nennt; für Reisemobiltoiletten liegen keine vergleichbaren Herstellerangaben zur Spülmenge vor.
Geschirrspülen mit zwei Schüsseln
Handspülen unter fließendem Wasser verbraucht laut Verbraucherzentrale bis zu 50 Liter für zwölf Gedecke. Eine Geschirrspülmaschine benötigt für dieselbe Menge im Durchschnitt 19 Liter. An Bord fehlt die Maschine meist, weshalb die Technik des Handspülens den Unterschied macht.
Zwei Schüsseln statt fließendem Wasser sind die wirksamste Maßnahme: eine für das Waschwasser, eine zum Klarspülen. Speisereste gehören vorher trocken entfernt, weil das Vorspülen sonst mehr Wasser kostet als der eigentliche Spülgang. Eine Bürste nimmt weniger Wasser und Spülmittel auf als ein Schwamm, was die Menge des Klarspülwassers senkt.
Was aus der Spülschüssel kommt, ist Grauwasser und gehört in den Abwassertank. Es unter das Fahrzeug zu kippen, ist keine zulässige Abwasserbeseitigung.
Wo Sparen zum Hygieneproblem wird
Sparen hat eine Untergrenze, und sie ist hygienisch begründet. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) nennt in seiner Kompaktinfo zur Stagnation vom März 2024 einen klaren Wert. Das Trinkwasser in der Trinkwasserinstallation ist alle sieben Tage auszutauschen, besser alle drei Tage. Ab 72 Stunden bis 7 Tagen kommt zur Belastung mit Schwermetallen die Vermehrung von Mikroorganismen hinzu.
Ein Wohnmobiltank ist eine Trinkwasserinstallation im selben Sinn. Wer den Verbrauch so weit senkt, dass 100 Liter zwei Wochen reichen, hat kein Sparziel erreicht, sondern ein Stagnationsproblem geschaffen. Stehendes Wasser begünstigt Biofilm an der Tankwand, und in warmem Wasser vermehren sich Legionellen. Eine Desinfektion des Tanks repariert das im Nachhinein, ein kurzer Wasserwechsel verhindert es vorher. Den Zielkonflikt zwischen Sparen und Hygiene sieht der Gesetzgeber selbst. § 50 Absatz 3 WHG verpflichtet die Wasserversorger, über Einsparmaßnahmen zu informieren. Das gilt ausdrücklich unter Beachtung der hygienischen Anforderungen.
Praktisch folgt daraus eine Regel, die kein Spartipp ersetzt. Besser wenig Wasser tanken und häufiger nachfüllen als viel Wasser lange stehen lassen. Wie sich Standzeiten im Tank auswirken, steht im Ratgeber zur Wasseraufbereitung im Wohnmobil. Warum Silberionen diese Regel nicht ersetzen, behandelt ein eigener Beitrag.
Was Sparen für den Wasserfilter bedeutet
Filterkartuschen haben zwei Verfallsgrenzen: eine Literzahl und ein Datum. Die Alb Filter Active aus gesinterter Aktivkohle ist nach 3.000 Litern oder 4 Monaten zu wechseln, die Nano nach 5.000 Litern oder 6 Monaten. Der Hersteller legt seiner Monatsangabe einen Verbrauch von rund 150 Litern pro Woche zugrunde.
Mit 150 Litern pro Woche dauert es 20 Wochen bis zu den 3.000 Litern der Active, also rund 4,6 Monate. Die Vier-Monats-Grenze ist damit früher erreicht als die Literzahl. Bei der Nano liegen 5.000 Liter rechnerisch bei 33 Wochen. Das Sechs-Monats-Datum kommt also deutlich früher.
Wer Wasser spart, verlängert also das Wechselintervall nicht. Das Datum bleibt bindend, weil eine feuchte Kartusche altert, unabhängig von der Durchflussmenge. Welche Kartuschentypen es gibt und was sie zurückhalten, steht im Ratgeber zu Wasserfilter-Kartuschen und im Überblick zu den Filtrationsverfahren. Passende Sets für unterwegs führt die Kategorie Camping-Wasserfilter.
Sparsam mit Wasser umzugehen ist eine Rechtspflicht
§ 5 Absatz 1 Nummer 2 WHG verpflichtet jede Person zur Sorgfalt bei Maßnahmen, mit denen Einwirkungen auf ein Gewässer verbunden sein können. Ziel ist eine mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt gebotene sparsame Verwendung des Wassers. Die Vorschrift knüpft an den Gewässerbezug an und nicht an jeden einzelnen Duschgang. Sie formuliert die Sparsamkeit aber als allgemeine Sorgfaltspflicht.
Auf der Versorgerseite steht die Pflicht in § 50 Absatz 3 WHG. Die Träger der öffentlichen Wasserversorgung wirken auf einen sorgsamen Umgang mit Wasser hin, halten Wasserverluste gering und informieren die Endverbraucher über Einsparmaßnahmen. Absatz 1 derselben Vorschrift erklärt die öffentliche Wasserversorgung zur Aufgabe der Daseinsvorsorge. Für jeden bezogenen Kubikmeter fallen zusätzlich Abwassergebühren an, worauf die Verbraucherzentrale hinweist.
Bei der Wasserqualität endet die Verantwortung des Versorgers dagegen früh. § 10 Nummer 1 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) setzt die Stelle der Einhaltung an den Austritt aus der Entnahmestelle. Wasser an Bord von Landfahrzeugen nennt die Vorschrift ausdrücklich mit. Was hinter dem Zapfhahn passiert, verantwortet der Camper. Der Ratgeber zum Wasser tanken unterwegs führt das aus, den rechtlichen Rahmen erklärt der Beitrag zur Trinkwasserverordnung.
Wenn Verbrauch beim Wohnmobil den Kraftstoff meint
Die Suche nach dem Verbrauch eines Wohnmobils zielt meist auf Diesel, nicht auf Wasser. Beide Größen berühren sich an genau einem Punkt: dem Gewicht. 120 Liter Frischwasser sind 120 Kilogramm Zuladung, die auf jedem Kilometer mitfahren.
Wer den Tank nur zu einem Drittel füllt, spart Gewicht und gewinnt Zuladung für Gepäck. Verlässliche Zahlen zum Mehrverbrauch je 100 Kilogramm liegen für Reisemobile nicht in belastbarer Form vor, weshalb dieser Ratgeber darauf verzichtet. Die Richtung ist physikalisch eindeutig, die Größenordnung hängt von Fahrzeug, Strecke und Fahrweise ab.
Eine einfache Regel genügt für die Reiseplanung: Wasser tankt man dort, wo die nächste Etappe es verlangt, statt vorsorglich voll zu füllen. Das senkt zugleich die Standzeit im Tank.
Wie lange ein Tank reicht: drei Rechenbeispiele
Ein 100-Liter-Tank reicht je nach Nutzung 1 bis 5 Tage. Gemeint ist damit die Autarkie, also die Zeit zwischen zwei Ver- und Entsorgungsstopps. Die folgenden Beispiele legen ihre Annahmen offen, statt eine Faustzahl zu nennen.
| Szenario | Rechnung | Reichweite |
|---|---|---|
| 2 Personen, täglich duschen mit 8 l/min über 3 Minuten, plus 10 l für Küche und Hygiene | 2 x 24 l + 10 l = 58 l/Tag | rund 1,7 Tage |
| 2 Personen, alle zwei Tage duschen mit 3,5 l/min über 3 Minuten, plus 10 l | 10,5 l + 10 l = rund 21 l/Tag | rund 4,8 Tage |
| 4 Personen, Duschen im Sanitärgebäude, plus 8 l je Person für Küche und Hygiene | 32 l/Tag | rund 3,1 Tage |
Der Vergleich zeigt, wo der Hebel liegt. Zwischen dem ersten und dem zweiten Szenario steht keine andere Einstellung zum Wassersparen, sondern eine andere Armatur und ein anderer Duschrhythmus. Ein mitgeführter Kanister verlängert die Autarkie zusätzlich, kostet aber wieder Zuladung.
Zugleich stößt das zweite Szenario an die Grenze aus dem Abschnitt zur Stagnation. Bei knapp 5 Tagen Reichweite steht das letzte Wasser im Tank länger als die drei Tage, die der DVGW als besseren Wert empfiehlt.
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Häufige Fragen zum Wassersparen im Wohnmobil
Wie viel Liter Wasser braucht man zum Duschen im Wohnmobil?
10 bis 24 Liter bei drei Minuten Duschzeit, abhängig von der Durchflussmenge. Bei 3,5 Litern pro Minute sind es 10,5 Liter, bei 8 Litern pro Minute 24 Liter. Ein Duschkopf ohne Begrenzer liefert im Haushalt rund 20 Liter pro Minute.
Wie viel Wasser verbraucht eine Person zu Hause pro Tag?
126 Liter, Wert des Umweltbundesamts für 2022, einschließlich des Anteils von Kleingewerbe. 1991 waren es 144 Liter, 2010 und 2013 jeweils 121 Liter.
Wie lange reichen 100 Liter Wasser im Wohnmobil?
1 bis 5 Tage, je nach Personenzahl und Duschgewohnheit. Zwei Personen mit täglicher Dusche bei 8 Litern pro Minute kommen auf rund 58 Liter am Tag. Ohne tägliche Dusche sind es rund 21 Liter.
Darf man Grauwasser im Wohnmobil in die Natur ablassen?
Nein. Grauwasser ist nach § 54 Absatz 1 Nummer 1 WHG Abwasser. § 55 Absatz 1 verlangt eine Beseitigung, die das Wohl der Allgemeinheit unbeeinträchtigt lässt. Grauwasser gehört deshalb an eine Entsorgungsstation.
Wie viel wiegt ein voller Wassertank?
1 Kilogramm je Liter, ein 120-Liter-Tank also 120 Kilogramm. Die Verordnung (EU) Nr. 1230/2012 verlangt für ein 7 Meter langes Wohnmobil mit vier Sitzplätzen eine Mindest-Nutzlast von 110 Kilogramm.
Spart eine Trockentrenntoilette Wasser?
Ja, sie kommt ohne Spülwasser aus. Bei vier Personen, drei Spülgängen täglich und 3 Litern je Spülgang bleiben rechnerisch 36 Liter am Tag im Frischwassertank.
Wie oft sollte das Wasser im Tank gewechselt werden?
Alle sieben Tage, besser alle drei Tage. So nennt es die DVGW-Kompaktinfo vom März 2024 für Trinkwasserinstallationen allgemein. Ab 72 Stunden Standzeit vermehren sich Mikroorganismen.
Verlängert Wassersparen die Standzeit der Filterkartusche?
Nur bis zur Datumsgrenze. Die Active-Kartusche ist nach 3.000 Litern oder 4 Monaten fällig. Bei der Verbrauchsannahme des Herstellers von 150 Litern pro Woche wird das Datum zuerst erreicht.
Bringt ein Sparduschkopf im Wohnmobil etwas?
Ja, sofern der Boiler druckfest ist. Die Verbraucherzentrale warnt, dass Sparbrausen für drucklose Speicher und Durchlauferhitzer ungeeignet sind, weil dort der normale Fließdruck erhalten bleiben muss.
Wie viel Wasser verbraucht die Toilettenspülung?
Im Haushalt 27 % des Trinkwassers. Alte Spülkästen brauchen laut Verbraucherzentrale 9 Liter je Spülgang, Zwei-Mengen-Spüler und Spül-Stopp-Tasten 3 bis 6 Liter.
Quellen
- Umweltbundesamt, Wassernutzung privater Haushalte, Stand 10.09.2024
- Statistisches Bundesamt, Erhebung der öffentlichen Wasserversorgung 2022, Zeitreihe zur täglichen Wasserverwendung pro Kopf
- BDEW-Wasserstatistik, Trinkwasserverwendung im Haushalt 2023, Datensatz zum Diagramm des Umweltbundesamts
- Beschluss 2013/250/EU der Kommission vom 21. Mai 2013 über die Umweltkriterien für das EU-Umweltzeichen für Sanitärarmaturen
- Verordnung (EU) Nr. 1230/2012, Anhang I Nummer 2.6.4.1.2 und Teil C Nummer 2.3.4.1
- Wasserhaushaltsgesetz, § 5, § 50, § 54, § 55 und § 56
- Trinkwasserverordnung, § 10 Nummer 1
- DVGW-Kompaktinfo Trinkwasserinstallationen, Stagnation und Wiederinbetriebnahme, März 2024
- Energieberatung der Verbraucherzentrale, Wasser sparen
- Truma, technische Daten Boiler Gas BGF und CombiNeo 4 E
- Alb Filter, Bedienungsanleitung Mobil und Travel V1.4
- Thetford, Übersicht und technische Daten Kassettentoiletten, Ausgabe 2025
- Rühling u. a., Schlussbericht des Verbundvorhabens Energieeffizienz und Hygiene in der Trinkwasser-Installation, Technische Universität Dresden 2018